Staatsanwaltschaft

Über 40 kg Heroin verkauft: Leiter eines Händlerrings wird angeklagt

Bild aus der Medienmitteilung der Polizei im Juli 2013, das ein Teil der sichergestellten Drogen zeigt

Bild aus der Medienmitteilung der Polizei im Juli 2013, das ein Teil der sichergestellten Drogen zeigt

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen 35-jährigen Kosovaren. Ihm wird vorgeworfen, im Raum Olten in einem Heroinhändlerring tätig gewesen zu sein und dabei über 40 kg Heroin verkauft zu haben.

Seit 2011 führen die Strafverfolgungsbehörden ein umfangreiches Ermittlungsverfahren gegen einen grossen Drogenhändlerring aus der Region Olten. Im Verlauf der Ermittlungen wurden 16 Personen verhaftet und 2013 konnten mehrere Kilogramm Heroin, Kokain und Streckmittel sowie Vermögenswerte von rund 150‘000 Schweizer Franken, neun Fahrzeuge, mehrere Pistolen und ein Kalaschnikow-Sturmgewehr beschlagnahmt werden, wie die Polizei damals mitteilte.

Gegen einen wichtigen Betreiber dieses Heroinhändlerrings erhebt die Staatsanwaltschaft nun Anklage wegen Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwäscherei, Urkundenfälschung und Widerhandlungen gegen das Waffengesetz. Dem heute 35-jährigen Kosovaren wird insbesondere der Verkauf von mindestens 42 kg Heroin zwischen 2004 und 2013 angelastet.

Wie Cony Zubler, die Medienbeauftragte der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage präzisiert, stand der Kosovare an der Spitze des Heroinhändlerrings – und wird deshalb auch für den Verkauf der gesamten Menge Heroin verantwortlich gemacht. Gemäss den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war der Drogenhändlerring so organisiert, dass der 35-Jährige die Kunden erst ab einer gewissen Drogenmenge selber bediente. Kleinere Mengen wurden durch von ihm belieferte Zwischenhändler selbstständig an Süchtige verkauft.



Der Beschuldigte wurde im Juli 2013 im Raum Olten verhaftet und befindet sich seither in Haft. Im Rahmen der gesamten Ermittlungen wurden zahlreiche weitere Mitbeteiligte angehalten und zum Teil inhaftiert. Die Strafverfolgungsbehörden konnten somit einen Heroinhändlerring bestehend aus Lieferanten, nichtsüchtigen Zwischenhändlern, süchtigen Kleindealern und süchtigen Konsumenten ausheben.

Die Staatsanwaltschaft führte in diesem Zusammenhang gegen über 70 Personen Strafverfahren, welche sich allesamt aus den im Jahr 2011 gestarteten ursprünglichen Ermittlungen ergeben haben.

Mit der Anklage gegen den Kopf des Heroinhändlerrings kommt das Ermittlungsverfahren langsam zu seinem Ende. «Aus verfahrenstechnischen Gründen haben wir diese Anklage bewusst an den Schluss gestellt», hält Cony Zubler fest. Auf diese Weise könne die Staatsanwaltschaft auf den zuvor geführten Verfahren gegen die Zwischenhändler aufbauen, was eine entsprechend gut abgestützte Anklage ermögliche. Eine Herausforderung bedeutete für die Ermittlungen, so Zubler, dass der Heroinhändlerring nicht als klar strukturierte Bande organisiert war. «Es handelte sich um eine sehr dynamische Struktur ohne eine fixe Hierarchie.»

Bis heute haben die Gerichte bereits 15 Mitbeteiligte zu rechtskräftigen Freiheitsstrafen zwischen neun Monaten und sechs Jahren verurteilt. Ein Beteiligter wurde im Januar 2017 zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt, wobei diese Verurteilung noch nicht rechtskräftig ist. Die Staatsanwaltschaft hat gegen mehrere Dutzend Abnehmer Strafbefehle erlassen, einzelne Strafverfahren sind noch hängig. (mgt/esf)

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