Waldtage
Tausende werden im Bornwald auf den Holzweg geschickt

Das Interesse an den ersten Solothurner Waldtagen vom 2. bis 7. September ist riesig: über 240 Schulklassen, gut 3900 Schülerinnen und Schüler, sollen die Freilichtausstellung besuchen.

Yann Schlegel
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Der Bornwald gehört zum Gelände der Solothurner Waldtage.

Der Bornwald gehört zum Gelände der Solothurner Waldtage.

Yann Schlegel

Was mit den Solothurner Waldtagen geschaffen wurde, stellt alle Erwartungen in den Schatten – so viel kann vermutet werden, bevor der Anlass überhaupt über die Bühne geht. Eine Freilichtausstellung mit über 50 Themenposten – ein derart umfangreiches Themenangebot wird nur dank Unterstützung der Forstwirtschaft und -forschung sowie etlicher weiterer Partner umsetzbar, die über die Forstbranche hinausgehen. Sie alle sind direkt mit dem Wald vernetzt.

In diesem Rahmen wurde auf kantonaler Ebene ein Schulprogramm ausgeschrieben, um den Waldtagen auf dem direktesten Weg einen pädagogischen Nutzen abzugewinnen. Die Dimension des Schulprogramms hat Ausmasse angenommen, welche die Projektleitung herausfordern. «Das Interesse, das die Schulen entgegenbringen, ist für mich überwältigend», zeigt sich der für Olten zuständige Revierförster Georg Nussbaumer beeindruckt. Rund 240 Klassen haben sich zu den Waldtagen im Oltner Bornwald angemeldet, womit über vier Tage verteilt insgesamt gut 3900 Schülerinnen und Schüler die Freilichtausstellung besuchen werden. Logistisch und personell stossen die Organisatoren durch das grosse Interesse an ihre Grenzen. Um die Klassen auf die Posten einzuteilen, wurde eigens eine Software entwickelt.

Olten erstmals Waldtag-Standort

«Die Idee, im Kanton Solothurn Waldtage durchzuführen, kam auf, als man sah, welchen Erfolg im Baselbiet eine ähnliche Veranstaltung hatte», erinnert sich Revierförster und Kantonsrat Nussbaumer an die Initiierung vor drei Jahren. Mit der dazumal aufgegleisten Grossveranstaltung schlug das Organisationskomitee um Regierungsrätin Esther Gassler einen neuen Weg ein. Einen Weg, den man bewusst gesucht habe, wie Nussbaumer erzählt. «Urmotivation war es, an ein urbanes Publikum zu gelangen und Leute zu bewegen, die sonst weniger den Zugang zum Wald haben». Mit den traditionellen Waldgängen werde nämlich immer etwa dasselbe Publikum angesprochen.

Zum neuen Konzept für die ersten Solothurner Waldtage gehörte die Standortwahl Olten. Derweil in Solothurn mit der HESO regelmässig Ausstellungen zu Wald und Umwelt thematisiert werden, muss die Dreitannenstadt-Region in die 1980er-Jahre zurückblättern. Damals fand in Olten als letzter grosser Anlass dieser Art die Solothurner Landwirtschaftsausstellung statt. Im Zuge der Standort-Evaluation anerbot sich der als urbaner Erholungsraum bereits vielseitig genutzte Bornwald als Arena der Freilichtausstellung. Mit der bis an den Waldrand reichenden Überbauung «Chlyholz» kommt das Waldtage-Festgelände auf künftig im urbanem Gelände zu stehen.

Stört ein derartiger Anlass, mit zahlreichen Attraktionen und Tausenden von Besuchern, nicht den Lebensraum Wald? Der Wald und die Bäume an sich würden weniger beeinträchtigt, meint Nussbaumer, sicher aber das Wild – aber nur für während eines kurzen Zeitfensters. Der Wald werde sich ohne Zweifel rasch erholen. «Der Nutzen, das Publikum zum Thema Wald zu sensibilisieren ist dies wert», ist der Förster überzeugt. Mit einem umfassenden Abfallkonzept und Besucherlenkung wollen die Veranstalter zudem ein gutes Beispiel abgeben – sind doch die Waldeigentümer selbst am meisten interessiert an einem gesunden Wald.

Ausstellung mit breitem Spektrum

Von maschinellen Vorführungen wie jene eines Vollernters über das Wild und die Jagd bis hin zum besinnlichen Märliwald bilden die Waldtage eine facettenreiche Freilichtausstellung. Begleitet wird sie vom Kabarettisten-Duo Strohmann-Kauz, das mit seinen satirischen Waldführungen für die humoristische Würze verantwortlich zeichnet und am Samstagabend auf der Festzeltbühne das Stück «Waidmannsheil» aufführt.

Als Highlight der Eröffnungsfeier gilt auch der Auftritt der Holzhauerei-Nationalmannschaft. Weitere angekündigte Attraktionen sind die Timbersportler, der Holzskulpturenweg, die Greifvogelschau, eine Kletterwand, Vorführungen der Drohnennutzung im Forstbereich und viele mehr. Am Sonntag, 7. September findet die Versteigerung der während der Waldtage geschaffen Holz-Skulpturen statt.

Mehr zu den Solothurner Waldtagen sowie ein detailliertes Programm ist der Ende August in dieser Zeitung erscheinenden Waldtage-Beilage sowie im Internet auf der Website www.waldtage-so.ch zu entnehmen.