Konjunktur
Solothurner Exporte legen zu – am meisten die Firmen der Metallindustrie

Die Solothurner Exportindustrie hat im Mai aufgedreht: Erstmals seit langer Zeit konnten alle gewichtigen Branchen zulegen – und zwar deutlich.

Franz Schaible
Drucken
Teilen
Ziffernblatt als Ikone: Mondaine ist global bekannt, vor allem wegen ihrer Bahnhofsuhr für das Handgelenk.zvg/Archiv

Ziffernblatt als Ikone: Mondaine ist global bekannt, vor allem wegen ihrer Bahnhofsuhr für das Handgelenk.zvg/Archiv

Hanspeter Bärtschi

Der Mai hat sich für die Solothurner Exportfirmen sprichwörtlich als Wonnemonat herauskristallisiert. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Ausfuhren um 10,3 Prozent gestiegen, wie die Solothurner Handelskammer, basierend auf den Zahlen der eidgenössischen Zollverwaltung, errechnete. «Besonders erfreulich ist, dass erstmals seit langer Zeit alle bedeutenden Warengruppen einen Anstieg der Exporte aufweisen können», kommentiert Christian Hunziker, Ökonom und stellvertretender Direktor der Handelskammer.

Dabei legten die Firmen der Metallindustrie mit einem Plus von 25 Prozent am stärksten zu. Die Ausfuhren der Warengruppe «Maschinenapparate, Elektronik» nahmen um 6,5 Prozent zu. Die wichtigste Warengruppe, «Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie», konnte die Verkäufe ins Ausland mit 5,1 Prozent ebenfalls spürbar steigern.

Insbesondere die im Solothurnischen stark vertretene Uhren- und Uhrenzulieferindustrie konnte offenbar vom globalen Aufschwung profitieren. Schweizweit sind die Uhrenexporte erstmals seit über zwei Jahren mit 9 Prozent wieder deutlich gewachsen.

In allen Weltregionen gefragt

Die Aufschlüsselung nach geografischen Räumen zeigt, dass die Solothurner Produkte im Mai in allen Weltregionen gefragt waren. Die Exporte nach Nordamerika wuchsen um starke 16,1 Prozent, jene nach Europa um 9,6 Prozent und jene nach Asien um 8,9 Prozent. Auch im Rest der Welt resultierte ein Plus von 8,5 Prozent.

Kumuliert für die ersten fünf Monate des laufenden Jahres ergab sich insgesamt ein Exportplus von 2,9 Prozent. Dass das Wachstum nicht stärker ausfiel, hängt mit den stark schwankenden Ergebnissen in den Vormonaten zusammen, erläutert Hunziker. Nach einem Plus im Januar von 6,8 Prozent stagnierten die Warenausfuhren im Februar. Im März wiederum stiegen die Exporte um 11,1 Prozent an, um dann im April um 12,4 Prozent einzubrechen. So gesehen hat sich die Berg- und Talfahrt in der Solothurner Exportindustrie fortgesetzt.

Leichte Wachstumsraten

Für die kommenden Monate rechnet Hunziker nun mit stetig leicht steigenden Wachstumsraten. Die Aussichten für die globale Wirtschaft seien gut. «Insbesondere sollten die Solothurner Exportfirmen von der starken Wirtschaftsentwicklung in Deutschland profitieren.» Das nördliche Nachbarland sei nach wie vor der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt.

Aktuelle Nachrichten