«Eden für jeden»

Schwestern am Filmset: Zwei Solothurnerinnen haben am neuen Rolf-Lyssy-Film gearbeitet

Die Schwestern Adina und Steffi Friis unterstützen sich bei ihrer Kunst gegenseitig.

Die Schwestern Adina und Steffi Friis unterstützen sich bei ihrer Kunst gegenseitig.

Der Film «Eden für jeden» von Rolf Lyssy feierte diese Woche Premiere in den Kinos. Zwei Solothurnerinnen spielen eine wichtige Rolle: Steffi Friis die Hauptrolle, ihre Schwester Adina Friis liefert die Musik.

Die Solothurnerinnen Steffi und Adina Friis sind Künstlerinnen – und Schwestern: In einer Musikerfamilie aufgewachsen, unterstützen sich die Schauspielerin und die Musikerin seit Anbeginn ihrer Karrieren gegenseitig. Steffi ist im Alter von 17 Jahren mit dem «Tatort» in die Filmwelt eingestiegen und hat schon in zahlreichen Produktionen mitgespielt wie zum Beispiel «Die Göttliche Ordnung» oder «Die letzte Pointe». Jazzpianistin Adina steht, ebenfalls seit ihrem 17. Lebensjahr, in der Schweiz wie im Ausland mit ihrer Musik auf der Konzertbühne. Im neuen Rolf-Lyssy-Film «Eden für Jeden», der am Donnerstag seinen Kinostart hatte, konnten die beiden ihre Passionen vereinen.

Es begann damit, dass Steffi im Film die Hauptrolle, nämlich die von Nelly, erhielt. Daraufhin vernahm sie, dass Lyssy noch niemanden für die Filmmusik hatte. «Ich sagte: Ich hätte sonst noch eine Schwester», grinst sie. Lyssy, der selber ein Jazzfan ist, war von Adinas Musik sofort begeistert.

«Wir haben eigentlich alles zusammen gemacht»

Das Drehen eines Films und das Schreiben der dazugehörigen Musik habe normalerweise nichts miteinander zu tun, erklären die beiden. Die Musik sei Teil der Postproduktion, die erst beginnt, wenn der Dreh schon abgeschlossen ist. Weil Steffi und Adina aber Schwestern sind, bekamen sie bei der Arbeit an «Eden für Jeden» den Prozess der jeweils anderen auch mit.

«Wir haben eigentlich alles zusammen gemacht», so Adina. Sie war zeitweise bei den Dreharbeiten dabei, und auf der anderen Seite durfte Steffi schon viel der noch unfertigen Musik hören. «Es wurde dadurch intensiver und auch persönlicher», meint Adina. «Und man schaut den Film anders; achtet auf Dinge, die einem sonst nicht auffallen würden», so Steffi.

Auch über Steffis Charakter, Nelly, haben sich die beiden viel unterhalten: Die junge Studentin, die sich um ihre demente Grossmutter kümmert, mischt im Verlauf des Films einen Schrebergarten und dessen kleines politisches System mit ihrer Art ziemlich auf. «Nelly biegt sich die Welt so zurecht, wie es für sie passt,» sagt Steffi. «Sie ist tough, humorvoll und selbstbestimmt, aber steht mit allem auch sehr allein da.»

Auch Adina ist Nellys verletzliche Seite aufgefallen. «Sie wirkt nach aussen hart und unnahbar, weil sie sich einen Schutzpanzer zugelegt hat», erklärt sie. «Aber eigentlich ist sie ganz anders.» Nellys weichere Seite spiegelt Adina mit deren Thema wider: Es besteht aus sanften, verträumten Klängen, gespielt auf klassischen Instrumenten. «Ich möchte mit der Musik zeigen, wer Nelly wirklich ist», sagt sie.

Adina Friis beim Arbeiten in ihrem Studio.

Adina Friis beim Arbeiten in ihrem Studio.

Die restliche Musik ist ein bunter Mix aus verschiedenen Einflüssen – wie auch der multikulturelle Schrebergarten, in dem Nelly und ihre Grossmutter schlafen. Jeder Charakter hat seine ganz eigenen Klänge, die etwas Eigenständiges verkörpern. So hat sie für das Thema des Präsidenten des Gartens zum Beispiel die Mandoline gewählt, während Nellys Thema auf dem Klavier und dem Cello gespielt wird.

Man merkt den beiden an, dass sie stolz sind auf ihr Projekt. Für Steffi war es die erste Hauptrolle und sie habe die zusätzliche Verantwortung definitiv gespürt: «Ich bin in 95 Prozent aller Szenen. Wenn die Leute einen so oft anschauen müssen, dann muss man es auch irgendwie auf den Punkt bringen», meint sie. Es habe aber Spass gemacht. «Wenn ich das nicht wollte, dann würde ich diesen Job auch nicht machen,» sagt sie. Und ausserdem, da sind sich die beiden einig: «Wenn in diesem Beruf mal etwas keine Herausforderung mehr ist, dann macht man eindeutig etwas falsch.»

Nun werden sich die Schwestern auch wieder anderen Projekten widmen: Steffi wurde von einer deutschen Schauspielagentur angenommen und will nun «ihre Fühler Richtung Norden ausstrecken». Und Adina arbeitet mit ihrem Trio Luumu am dritten Album. Das Projekt «Eden für Jeden» sei jedoch noch lange nicht abgeschlossen, sondern fange jetzt mit dem Kinostart noch einmal richtig an. «Wir haben immer noch jeden Tag viel mit dem Film zu tun,» sagt Adina. «Und egal wie es nun weitergeht, es wird auf jeden Fall aufgrund dieses Films weitergehen.»

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