Landesstreik
Sämtliche Aufführungen waren ausverkauft: Theaterprojekt «1918.ch» schliesst seine Tore

Nach 27 Aufführungen ist Schluss: Das Theaterprojekt zum Landesstreik «1918.ch» ist zu Ende.

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Impressionen von der Hauptprobe zum Theaterstück 1918.ch in Olten
33 Bilder
 Bei dieser Szene stehen Zuschauer noch draussen
 Der Krieg ist vorbei. Die Probleme sind damit aber nicht gelöst. Die Arbeiter sind unzufrieden.
 Mit leeren Händen stehen sie da, die ausgebeuteten Arbeiter vor 100 Jahren.
 Diese Situation führte damals auch zum Landesstreik. Im Spiel «1918.ch» wird es eindrücklich gezeigt.
 Die Soldaten müssen kurz nach dem 1.Weltkrieg schon wieder einrücken. Dieses Mal werden sie gegen die Streikenden aufgeboten.
 Eine Szene anlässlich einer Hauptprobe.
 Soldaten marschieren auf, um die Streikenden unter Kontrolle zu halten
An der Nationalratssitzung wird über den Landesstreik verhandelt
 Eine allegorische Helvetia
 Die Regisseurin Liliana Heimberg gibt Anweisungen.
 Das Theater wird auf dem Gelände der alten SBB-Werkstätte Olten aufgeführt.
 Eine Szene anlässlich einer Hauptprobe.
 Eine Szene anlässlich einer Hauptprobe.
 Die Arbeiter erhalten in der Suppenküche eine warme Mahlzeit
 Eine Szene anlässlich einer Hauptprobe.
 Eine Szene anlässlich einer Hauptprobe.
 Er ist einer der Kriegsgewinner: Ein Bäcker konnte viel Brot und zu einem guten Preis verkaufen.
 Die Frauen arbeiten, fordern aber auch Rechte ein.
 Eine Szene anlässlich einer Hauptprobe
 Eine Szene anlässlich einer Hauptprobe.
 Es wird auch getanzt
 Eine Szene anlässlich einer Hauptprobe.
 Zusammengelegte Jacken symbolisieren die Menschen, die durch die Grippe starben.
 Else Spiller gründete die Soldatenstuben. Dort wurde kein Alkohol ausgeschenkt.
 Die Frauen sammeln für die Bedürftigen
 Prügelei zwischen Streikbrechern und Streikenden
 In Grenchen eskaliert der Streik. Drei Tote sind das Ergebnis.
 Ein Genosse mit Fahne
 Während dem 1.Weltkrieg gab es zahlreiche Verordnungen.
 Kinder wurden oft als billige Arbeitskräfte eingesetz
Hauptprobe zum Theaterstück 1918.ch in Olten

Impressionen von der Hauptprobe zum Theaterstück 1918.ch in Olten

URS FLUEELER

In Olten hat am Dienstagabend das Theaterprojekt 1918.CH nach 27 Aufführungen die Tore geschlossen. Mit 13'500 Besucherinnen und Besuchern an 27 Abenden war das Stück bis zur letzten Zusatzvorstellung vollständig ausverkauft. Mehr als 460 Spielerinnen und Spieler aus der ganzen Schweiz haben daran mitgewirkt und das Stück über den Landesstreik 1918 zu einem Grosserfolg gemacht. 1918.CH hat die kontroverse Erinnerung an die Ereignisse vor hundert Jahren neu aufgegriffen und die grösste Krise des schweizerischen Bundesstaates auf eine unbefangene Weise mit den Mitteln des Theaters für alle Bevölkerungskreise anschaulich und verständlich gemacht.

Fünf Jahre ist es her, dass die Regisseurin Liliana Heimberg dieses Projekt anpackte, ein künstlerisches Team zusammenstellte und gleichzeitig auf die Geldsuche ging. Ihr Gedanke: Wenn der Landesstreik von 1918 der gefährlichste und sozialpolitisch einer der wichtigsten Momente in der Geschichte der Schweizer Demokratie gewesen sei, dann müsse es doch hundert Jahre später möglich sein, über diesen Streik und seine unterschiedliche Einschätzung öffentlich nachzudenken. Man dürfe doch nicht in alten Tabus und alten Schuldzuweisungen verharren, sondern müsse die Sache neu diskutieren: Warum nicht auf spielerische Weise im Theater?

Was zu Beginn als ungeheures Wagnis erschien, wurde auf Initiative des Kantons Solothurn, mit der grosszügigen Unterstützung des Bundes und aller Kantone, mithilfe der Stadt Olten, der SBB sowie verschiedenen Stiftungen und Sponsoren schliesslich Realität.

Gleich nach der Premiere am 16. August war schliesslich klar: Das Projekt gelang, die Aufführungen gefielen Zuschauerinnen und Zuschauern verschiedenster Herkunft.

Nun beginnt der Abbau. Die Lastwagen fahren vor. Die Stimmen von 1918 sind verstummt, die Musik ist verhallt, die Choreografie ist nur noch eine Erinnerung, die Ausstellungsstücke verschwinden in den Archiven. 1918.CH ist selber ein historisches Ereignis geworden. (szr)

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