Regierungsratswahlen
Auf in den zweiten Wahlgang: Der Dreikampf zwischen CVP, FDP und SVP ist programmiert

Das Aufeinandertreffen von Sandra Kolly, Thomas A. Müller (beide CVP), Peter Hodel (FDP) und Richard Aschberger (SVP) steht im zweiten Wahlgang der Solothurner Regierungsratswahlen bevor.

Balz Bruder
Drucken
Teilen
Thomas A. Müller, Peter Hodel, Sandra Kolly und Richard Aschberger

Thomas A. Müller, Peter Hodel, Sandra Kolly und Richard Aschberger

Tom Ulrich

Es hätte auch ganz anders kommen können: Bis zum Schluss war nicht ganz auszuschliessen, dass SP-Innendirektorin Susanne Schaffner in den zweiten Wahlgang verwiesen würde. Das hätte dann die Situation für den zweiten Wahlgang ziemlich auf den Kopf gestellt. Doch schliesslich schaffte die Oltnerin die entscheidende Hürde relativ komfortabel. Und sicherte ihrer Partei damit vorzeitig den Verbleib in der kantonalen Regierung.

Doppelkandidatur der CVP kann für die Mobilisierung helfen

Anders die CVP: Sie, die nach dem Verzicht von Roland Heim und Roland Fürst zwei Sitze zu verteidigen hat, steht noch ohne etwas Zählbares da. Immerhin: Parteipräsidentin Sandra Kolly-Altermatt schnupperte am absoluten Mehr und hat sich für den zweiten Umgang als beste Nichtgewählte eine gute Ausgangslage geschaffen. Wahlkampfleiter und Nationalrat Stefan Müller-Altermatt kommentierte das Resultat denn auch durchaus anerkennend, als er sagte:

«Ich bin zufrieden mit dem Abschneiden unserer beiden Kandidaten.»

Auch wenn er sich selbstredend gewünscht hätte, Sandra Kolly wäre schon im ersten Anlauf gewählt worden. Müller-Altermatt glaubt aber nicht, dass die einstweilige Nichtwahl ein Nachteil für den zweiten Wahlgang ist. Er kann sich durchaus vorstellen, dass die Mobilisierung möglicherweise sogar leichter fällt, wenn die Partei noch um zwei Sitze fightet.

Müller-Altermatt hofft dabei nicht zuletzt auf die Frauen, die dafür sorgen könnten, dass Solothurn eine Frauenmehrheit in der Regierung erhält. Und für Müller spreche zudem, dass er einen sehr gut gefüllten Rucksack habe und über einen sehr soliden Leistungsausweis verfüge. Die Delegierten der Partei werden am Dienstag über die Disposition für den zweiten Wahlgang befinden.

Die FDP hat weiter den zweiten Regierungsratssitz im Visier

«Zufrieden» ist auch FDP-Parteipräsident Stefan Nünlist. Er freute sich insbesondere über das Spitzenresultat von Remo Ankli, das alles überstrahlte. Aber auch darüber, dass Peter Hodel «in der Spitzengruppe der Verfolger» dabei ist.

Die Chancen für den zweiten Wahlgang und die Möglichkeit, den zweiten freisinnigen Sitz zurückzuholen, seien jedenfalls intakt, ist Nünlist überzeugt. Der Parteivorstand wird am Montag Abend über die Nomination des Schönenwerder Gemeinde- und Fraktionspräsidenten entscheiden, Auch hier ist allerdings so gut wie sicher: Der Kandidat, der sich selber durchaus zuversichtlich gab, ist gesetzt.

Wiederantreten von Aschberger als «Vorinvestition»

Davon geht auch SVP-Parteipräsident und Nationalrat Christian Imark aus. Er findet, Richard Aschberger habe ein «gutes Ergebnis» erzielt. Zur Wahl kam es einstweilen zwar nicht, aber das persönliche Abschneiden des Kandidaten sei nichtsdestotrotz gut. Über die Gründe, weshalb es für Aschberger nicht zu mehr reichte, sagt Imark, dass die mangelnde Bekanntheit des Grenchners mit Sicherheit ein Hindernis war.

Eines, das mit Blick auf den zweiten Wahlgang kleiner werde, ist Imark gleichzeitig überzeugt. Ganz abgesehen davon, dass das Mitwirken am 25. April auch eine «Vorinvestition» für künftige Wahlen sein könnte, denn Aschberger sei eindeutig ein Politiker mit Exekutiv-Format. Die Parteileitung wird die Marschrichtung für den zweiten Wahlgang am Montag Abend festlegen.

Aktuelle Nachrichten