Biberist
Rahmenbewilligung ist «ein Meilenstein für das ‹Papieri›-Areal»

Auf dem Weg hin, das leerstehende Areal der Papierfabrik in Biberist wieder zu beleben, ist ein weiterer Schritt gemacht worden. Eine Rahmenbaubewilligung soll Ansiedlungen einfacher realisieren lassen.

Franz Schaible
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Die grossteils leerstehenden Gebäude auf dem «Papieri»-Areal in Biberist bieten noch Platz – viel Platz für Neuansiedlung.

Die grossteils leerstehenden Gebäude auf dem «Papieri»-Areal in Biberist bieten noch Platz – viel Platz für Neuansiedlung.

Simon Dietiker

«Ein Meilenstein wurde erreicht», schreibt die Wirtschaftsförderung des Kantons Solothurn in einer Medienmitteilung. Mit der Genehmigung eines vor Jahresfrist eingereichten Rahmenbaugesuches für Übergangsnutzungen auf dem «Papieri»-Areal durch die Standortgemeinde Biberist werde die Ansiedlung von Betrieben «massiv erleichtert».

Die Basler Hiag Immobilien AG, welche das Areal 2012 kaufte, bestätigte auf Anfrage den Sachverhalt. Damit könnten die bestehenden Gebäude zum Beispiel für Lagernutzungen genutzt werden, sagt Hiag-Sprecher Frank Butz. «Die Bewilligung steckt einen Rahmen ab, innerhalb welchem wir nun ohne separate Bewilligungsverfahren tätig sein können.» Die Voraussetzungen sind laut Butz folgende:

  • Es handelt sich um Nutzungen, die keine wesentlichen baulichen Anpassungen der Gebäude und Hallen bedingen.
  • Die Nutzung wird in einem dazu geeigneten bestehenden Gebäude angesiedelt.
  • Für die Übergangsnutzungen wurde ein Fahrtenkontingent für das gesamte Areal definiert. Das bewilligte Mass orientiert sich am ursprünglichen Zustand auf dem Areal – also zur Zeit der Papierproduktion.

Bis anhin habe für sämtliche Zwischennutzer ein Bau- respektive Umnutzungsgesuch eingereicht werden müssen. «Für die Ansiedlung von Übergangsnutzungen innerhalb des erwähnten Rahmens entfällt nun diese Verfahrensweise», so Butz weiter.

Neuansiedlungen nicht spruchreif

Wie weit die neue Ausgangslage zu Ansiedlungen auf dem Areal der 2011 geschlossenen Papierfabrik Sappi führen wird, bleibt offen. Aufgrund der Erleichterung im Bewilligungsverfahren sind bislang noch keine neuen Übergangsnutzungen spruchreif, wie der Hiag-Sprecher meldet. Derzeit sind nach wie vor zwei Firmen auf dem riesigen «Papieri»-Areal angesiedelt. Die Ostschweizer Logistikgruppe Sieber ist seit Sommer 2013 in Biberist und beschäftigt derzeit gegen 80 Mitarbeitende, wie Niederlassungsleiter Markus von Ballmoos erklärt. Aufgrund des wachsenden Geschäftsvolumens – Sieber betreibt von Biberist aus Logistik- und Transportdienstleistungen primär für das Mittelland – könne die Zahl bis Ende Jahr gut auf 100 anstiegen. Der Standort Biberist sei für Sieber langfristig gesetzt. Ein Jahr länger ist die Acin AG angesiedelt. Der Dienstleister übernimmt für Internet-Shops die Lagerung, Auszeichnung, Konfektionierung, Etikettierung und Distribution von Schuhen, Textilien, Spotartikeln und verschiedenster anderer Ware und beschäftigt derzeit rund 12 Angestellte.

Wer kauft die Papiermaschinen?

Ob sich im laufenden Jahr noch weitere Firmen definitiv ansiedeln werden, könne im jetzigen Zeitpunkt nicht vorausgesagt werden, erklärt Frank Butz. «Die Gespräche mit Interessenten sind am Laufen.» Vor Jahresfrist hiess es, dass Mietvertragsentwürfe mit Betrieben aus dem Baugewerbe und aus der IT-Branche vorlägen. Dasselbe gilt für den Verkauf der drei Papiermaschinen, die sich in «einem sehr guten Zustand befinden und betriebsfähig sind». Immerhin habe man in den letzten Monaten einzelne Ausrüstungsmaschinen und -anlagen verkaufen und demontieren können.

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