«eTax»

Papierberge adieu: Die Steuererklärung kann komplett online eingereicht werden

Solothurn lanciert "eTax"

Solothurn lanciert "eTax"

Die Steuererklärung kann im Kanton Solothurn ab sofort online ausgefüllt und eingereicht werden. Die Steuerbehörde setzt dazu auf das neue Online-Angebot "eTax". Die Applikation ersetzt das bisherige "SolothurnTAX".

Die Steuererklärung kann dieses Jahr erstmals komplett online ausgefüllt und eingereicht werden. Der Kanton spart damit Geld, denn bis anhin musste er sämtliche Steuererklärungen einscannen, um sie digital bearbeiten zu können. Beim Kanton hofft man deshalb, dass möglichst viele Menschen das Angebot nutzen. Einen Zwang gibt es aber nicht.

Oftmals sei er gefragt worden, wieso man im Kanton Solothurn die Steuererklärung zwar online ausfüllen könne, sie am Schluss aber doch ausdrucken und per Post einsenden müsse. «Wann ist es endlich soweit, dass man die Steuererklärung komplett online einreichen kann?» Mit diesen Worten begrüsste Regierungsrat Roland Heim am Freitagmorgen Journalisten in Solothurn. Der Finanzdirektor beantwortete die Frage sogleich selber: «Jetzt ist es soweit.» Am Medienanlass wurde anschliessend das neue System mit dem Namen «eTax», welches genau dies ermöglicht, vorgestellt.

Entwickelt wurde «eTax» von der Ringler Informatik AG, das System kommt bereits in verschiedenen anderen Kantonen zum Einsatz. Wenn Mitte Februar die Steuererklärungen in den Haushalten eintrudeln, kommt «eTax», das via Browser funktioniert, ein erstes Mal im Kanton zum Einsatz. Stapelweise Dokumente auszudrucken und einzusenden wird damit nicht mehr nötig sein.

Und so funktioniert das Ganze

Steuerpflichtige Personen können sich mit ihrer E-Mail Adresse bei «eTax» registrieren. Auf der Steuererklärung, die nach wie vor per Post kommt, findet sich ein persönlicher Zugangscode. Mit diesem Code kann sich der Steuerzahler einloggen, damit ist er automatisch identifiziert. Eine Unterschrift ist somit nicht mehr nötig. Die Belege, die es bisher auszudrucken und mitzuschicken galt, Krankenkassenprämien oder Lohnausweise etwa, können mit dem Smartphone eingescannt werden.

Und auch das Eingeben der Daten ändert sich: Das Design kommt, im Vergleich zum bisherigen Modell «SolothurnTAX», ganz anders daher. Das Ausfüllen der Steuererklärung soll insgesamt einfacher werden. So können etwa die Daten des vergangenen Jahres mit wenigen Klicks importiert werden, die Eingaben werden automatisch abgespeichert, man kann die Steuererklärung beiseite legen und nach einigen Tagen dort weitermachen, wo man zuvor aufgehört hatte. «Das Ausfüllen der Steuererklärung muss kein Vergnügen sein, das war auch nicht das Ziel. Aber es soll einfacher werden. Und das ist uns gelungen», kommentierte Steueramts-Chef Thomas Fischer das Projekt.

Doch nicht nur der Nutzer soll vom neuen System profitieren, sondern auch der Kanton. Bis anhin wurden alle eingereichten Steuererklärungen – das sind rund 170'000 im Kanton – eingescannt, um sie digital bearbeiten zu können. Mit jeder Steuererklärung, die digital eingereicht wird, spart der Kanton nun Geld. «Wir hoffen deshalb, dass möglichst viele Menschen <eTax> benutzen», so Fischer. Wie viel Geld der Kanton genau spart, darüber will er nicht spekulieren, das hänge vor allem davon ab, wie viele Leute die Steuererklärung online einreichen werden.

Um möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, die Steuererklärung online einzureichen, hat der Kanton folgendes Werbevideo gedreht:

eTax Kanton Solothurn

Werbevideo vom Kanton Solothurn für «eTax».

Die Steuererklärung kann nach wie vor ausgedruckt und per Post eingeschickt werden. Von einem «Digital-Zwang» sieht man ab. Anders hat es etwa der Kanton Obwalden gehandhabt: Wer die Steuererklärung dort auf Papier ausfüllen will, muss dafür extra nach Sarnen und sich dort im Büro der Steuerverwaltung ein Exemplar aushändigen lassen. So forsch will man in Solothurn nicht vorgehen. Fischer meint aber auch: «Ich denke wir sind hier am Anfang einer Entwicklung.» Die Digitalisierung werde weiter voranschreiten und weitere Bereiche des Lebens verändern, bei Weitem sei nicht nur das Steueramt betroffen. «Wir sind in einem Umbruch. Doch das braucht alles seine Zeit. Wir sind relativ schnell unterwegs und dürfen die Leute auch nicht überfordern.»

Und in Sachen Datenschutz...

Um den Datenschutz zu gewährleisten, hat der Kanton verschiedene Massnahmen ergriffen. Bei der Registrierung bei «eTax» muss eine Handynummer hinterlegt werden. Um sich einloggen zu können, muss ein per SMS zugeschickter Code eingegeben werden. Weiter werden sämtliche Daten in einem geschlossenen System auf kantonseigenen Rechnern gespeichert. Im Vorfeld wurden mit einer auf Internetsicherheit spezialisierten Firma zudem verschiedene Tests durchgeführt, um die Server gegen Hacking-Angriffe zu schützen. «Wir haben alle Standards, die es heute in Sachen Datenschutz zu beachten gilt, berücksichtigt», so Fischer.

Mit der Einführung von «eTax» setzt der Kanton einen politischen Auftrag aus dem Jahr 2015 um. Bis im März 2020 müsse der Kanton die elektronische Steuererklärung eingeführt haben, so die Forderung aus dem Kantonsrat damals. Das gesamte Projekt kostete den Kanton insgesamt 315'000 Franken, dazu kommen jährliche Betriebskosten von 117'000 Franken.

Mehr Infos zum Thema elektronische Steuererklärung finden sich hier.

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