Freiwilligenarbeit
Ohne freiwillige Helfer wie Familie Frey wäre das «andere Lager» nicht möglich

Behinderte und nicht-behinderte Menschen treffen sich im «Anderen Lager» Anfang Juni eine Woche zu Sport und Spiel. Ohne freiwillige Helfer wie Familie Frey aus Solothurn wäre so ein Lager nicht möglich.

Gundi Klemm
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Andreas und Petra Frey mit Tochter Janna und den Söhnen Marius und Niklas haben schon mehrfach im «anderen Lager» mitgeholfen.

Andreas und Petra Frey mit Tochter Janna und den Söhnen Marius und Niklas haben schon mehrfach im «anderen Lager» mitgeholfen.

Tom Ulrich

«Me müesst und me sött» sind Parolen, die es in der fünfköpfigen Familie Frey aus Solothurn nicht gibt. Sie handelt nach dem Ansatz: «Wir machen, wir tun und engagieren uns.» Dies trifft in besonderer Weise auf die Eltern zu. Andreas Frey ist als angestellter Sozialarbeiter vertraut mit gesellschaftlichen Aufgaben, Petra Frey begleitet als freischaffende Sozialarbeiterin Familien in unterschiedlichen Problemlagen. Ihre 17-jährige Tochter, Kantonsschülerin Janna, leitet im Rahmen der Reformierten Kirche in diesem Jahr eines der traditionellen Vor-Konfirmationslager, Oberstufenschüler Niklas ist Pfadfinder und singt wie sein jüngerer Bruder Marius im Chor der Singknaben der St. Ursen-Kathedrale.

Nach bereits zweimaliger Teilnahme in Melchtal und Schwarzsee verstärken die Eltern in diesem Jahr erneut das Küchenteam für «Das Andere Lager». Über die persönliche Bekanntschaft mit dem gastronomischen Verantwortlicher des Lagers – und nicht etwa über berufliche Nähe zu behinderten Menschen oder zum Sport – hätten sie sich für diese Aufgabe begeistert, berichten Petra und Andreas. Beide und ihre Söhne freuen sich von ganzem Herzen wieder auf die diesjährige Lagerwoche. «Es herrscht dort eine fröhliche Stimmung, man ist alljährlich glücklich, zur Lagerfamilie dazu zu gehören.»

Neben dem Küchenteam, das laut Urteil früherer Lagerbeteiligter köstlich und frisch kocht, sind unter den diesmal in Melchtal 150 jugendlichen und erwachsenen Teilnehmenden erfahrene Sportspezialisten für die angebotenen 14 Disziplinen beteiligt. Ebenso mit dabei sind Betreuende, die unterschiedlich behinderten Personen eine Lagerteilnahme ermöglichen. Nicht vergessen werden sollten die Schüler, die diese Woche in einen Begegnungsort der besonderen Art für Menschen mit und ohne Einschränkungen verwandeln.

Die Menschen so annehmen, wie sie sind

Janna Frey, die wegen weiterer Verpflichtungen diesmal bedauert, nicht mitfahren zu können, berichtet gerne über ihre Erfahrungen der beiden früheren Lager. «Die gesamte Durchführung war einfach super», sagt sie. Man lerne, Menschen anzunehmen, wie sie sind. «Das schafft bei allen Beteiligten grosse Toleranz.» Ihr jüngerer Bruder Marius ergänzt, dass er sich gerne anpasse und so einen «wichtigen Blick aufs Leben» gewinne. Niklas betont, dass ihm Unterschiede zwischen Menschen nichts ausmachen. «Hauptsache: alle erleben gemeinsam Spass im abwechslungsreichen Wochenprogramm.»

Beide Buben haben sich mit Tennis, Pfeil- und Bogenschiessen, Kanufahren und weiteren Fächern animierende Lektionen zusammengestellt. Erahnen lässt sich anhand ihrer Aufzählung, wie detailliert die Sportwochenplanung auf die so verschiedenartigen Wünsche und Bedürfnisse eingehen muss.

Natürlich sei der Einsatz im Küchenteam mit viel Arbeit verbunden, bekennen Petra und Andreas Frey. Für sie bedeute diese Woche aber keinesfalls ein Opfer. «Es ist für uns ein wichtiges Familienprojekt.» Gelegentlich komme sogar Stress auf wegen der Vorbereitung der grossen Mengen an Verpflegung für so viele Esser – auch in Rücksicht auf mögliche Ernährungsunverträglichkeiten. «Aber das stecken wir locker weg.» Denn beköstigt werden nicht nur alle Lagerbeteiligten morgens, mittags und abends, sondern auch die Gäste am offiziellen Besuchstag am 6. Juni. Die notwendige und umfangreiche Logistik, um auf alle Vorräte fürs Essen, aber auch auf alle Sportmaterialien im Lager zugreifen zu können, liegt in den Händen von Vereinspräsident Christoph Büschi und seiner Leitungscrew.

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