Es war eine Kleinigkeit, die vergangenen Montag schreckliches auslöste. Eine brennende Zigarette verursachte den Tod von sechs Menschen, darunter zwei Kinder. Ebenfalls mit einer Kleinigkeit hätte die Katastrophe aber wohl auch verhindert werden können. Wären Rauchmelder im Haus installiert gewesen, hätte sich die Menschen möglicherweise aus dem Rauch retten können. Dies sind im Internet für nur wenig Geld erhältlich.

Auch deshalb fordert der Schweizerische Feuerwehrverband (SFV) eine Rauchmelder-Pflicht. «Sie könnte sehr vielen Menschen das Leben retten», sagte Walter Pfammatter, Stellvertretender Direktor des SFV, gegenüber «20 Minuten». Denn Rauch rieche man nicht, so Pfammatter weiter. Nicht einmal husten müsste man davon. «Im Schlaf hat man keine Chance.» Hier würde der Rauchmelder helfen: Bei einer Rauchentwicklung weckt er schlafende Menschen mit einem Ton.

In verschiedenen Ländern gibt es bereits eine gesetzliche Rauchmeldepflicht. So etwa in den USA, Grossbritannien und in den meisten Deutschen Bundesländern.

Auch die Solothurner Nationalrätin Bea Heim (SP) will ein Obligatorium prüfen. «Ein Rauchmelder hätte diese Tragödie in Solothurn vermutlich verhindern können», meint auch sie.

Sechs Todesopfer nach Brand in Solothurn

Sechs Todesopfer nach Brand in Solothurn

In der Wengistrasse in Solothurn spielte sich heute Nacht eine Tragödie ab. Unter den sechs Opfern befinden sich auch Kinder.

Ähnlich sieht es auch Boris Anderegg, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Solothurn, wie er im Interview sagte: «Es sollte in jedem Haushalt einen Rauchmelder haben.» Und auch Thomas Fluri, Brandschutzexperte beim Solothurner Gebäudeversicherungsverband, empiehlt die Installation von Brandmeldern. «Das sind lebensrettende Massnahmen», so Fluri.

Interview mit Feuerwehrkommandant Boris Anderegg

Interview mit Feuerwehrkommandant Boris Anderegg

Boris Anderegg, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Solothurn, spricht am Tag nach dem verheerenden Brand über den Einsatz, die Belastung seiner Truppe und Präventionsmöglichkeiten.

2015 abgelehnt

Ein Rauchmelder-Obligatorium wurde zuletzt 2015 geprüft. Damals kam die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen zusammen mit der ETH zum Schluss, eine Pflicht würde keinen Sinn machen. «Die Kosten für eine flächendeckende Rauchmelderpflicht sind im Vergleich zur Anzahl Menschen, die wir mit einem Obligatorium retten könnten, viel zu hoch, sagte Michael Binz, Geschäftsbereichsleiter Brandschutz, gegenüber «20 Minuten». 2017 kamen schweizweit 14 Menschen bei einem Brand ums Leben. Im Durchschnitt sind es an die 20 Menschen jährlich. Die Vereinigung empfiehlt jedoch die private Installation von Brandmeldern. (rka)