Kanton Solothurn
Lehrermangel zwar entspannt - aber noch nicht vollständig überstanden

Alle Lehrpersonenstellen im Kanton Solothurn sind auf den Schulstart hin besetzt. Für das Problem wegen mangelnden Lehrkräften muss aber nach wie vor eine Lösung gefunden werden. Dazu sollen Pensen erhöht und der Beruf bekannter gemacht werden.

Marina Stalder
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Das durchschnittliche Arbeitspensum der Lehrpersonen im Kanton Solothurn betrug im letzten Schuljahr nur rund 58 Prozent.

Das durchschnittliche Arbeitspensum der Lehrpersonen im Kanton Solothurn betrug im letzten Schuljahr nur rund 58 Prozent.

Keystone

Von überall her erklingt es, das unheilvolle Wort, das über vielen Schweizer Kantonen wie eine dunkle Wolke hängt: der Lehrermangel. Solothurner Eltern können momentan aber aufatmen, denn auf den Schulstart hin wurden für alle Klassen Lehrer gefunden.

Einzig fehlt noch eine Kindergartenlehrperson, da eine Lehrkraft krankheitshalber ausgefallen sei, erklärt Yolanda Klaus, stellvertretende Leiterin des Volksschulamts Solothurn. «Im Allgemeinen ist die Situation für die Stufe Kindergarten in Solothurn nicht ganz so einfach, da es weniger Leute gibt, die sich für eine Ausbildung zur Kindergartenlehrperson entscheiden. Der Lehrermangel hat sich in Solothurn aber, im Gegensatz zu den Nachbarkantonen, entspannt.»

Problem auf zwei Wegen anpacken

Auf jeden Fall sei es wichtig, zu erkennen, dass der Lehrermangel kein kurzfristiges Problem sei, sondern langfristige Lösungen gefunden werden müssen, weiss Klaus. Zur Problembekämpfung werden vom Kanton deshalb zwei Wege beschritten. Zum einen sei die Erhöhung der momentanen Pensen eine Möglichkeit, der Lage entgegenzutreten. Zum anderen soll der Beruf der Lehrperson wieder bekannter und beliebter gemacht werden.

Yolanda Klaus: «Das grösste Problem des Lehrermangels ist,dass Prognosen kaum möglich sind.»

Yolanda Klaus: «Das grösste Problem des Lehrermangels ist,dass Prognosen kaum möglich sind.»

ddd

Auch die Entwicklung der Studierendenzahl lässt auf den ersten Blick Zuversicht aufkommen. Es entscheiden sich immer mehr junge Leute oder ältere Quereinsteiger für die Laufbahn als Lehrer und die Tendenz ist steigend. Doch steigt sie steil genug im Vergleich zu den ebenfalls steigenden Zahlen der Schulkinder? Auch Yolanda Klaus sieht hier den Wurm. «Das grösste Problem des Lehrermangels ist, dass Prognosen kaum möglich sind. Wir wissen nicht, wie viele der Studierenden am Schluss wirklich in den Beruf einsteigen oder wie viele an anderen Orten in der Schweiz tätig werden.»

Das Sorgenkind Heilpädagogik

Weitaus grösser als das Problem des generellen Lehrermangels ist im Kanton aber das Problem des Heilpädagogenmangels. Es gibt in der Kategorie der Sonderpädagogik auch keine steigende Studierendenzahl, die die Sorgen vertreiben könnte. Klaus: «Es ist wirklich schwierig, eine gute Lösung für die schulische Heilpädagogik zu finden. Zurzeit arbeiten wir hart daran, dieses Problem zu bewältigen, können aber noch keine Patentlösung präsentieren. »