Nationalratswahlen

Kurt Fluri ist der Solothurner Panaschierkönig

Kurt Fluri am Wahlsonntag in der Reithalle.

Kurt Fluri am Wahlsonntag in der Reithalle.

Stadtpräsident Kurt Fluri (FDP) ist Panaschierkönig der Solothurner Nationalratswahlen vom Wochenende. 7798 seiner total 21 317 Stimmen sind ihm auf Listen anderer Parteien oder auf Wahlzetteln ohne Parteibezeichnung gegeben worden.

Der Freisinnige Kurt Fluri hat im Kanton Solothurn von allen Nationalratskandidaten mit Abstand am meisten Stimmen von ausserhalb seiner eigenen Partei erhalten. Ein Blick in die gestern von der Staatskanzlei veröffentlichte Panaschierstatistik zeigt: Sowohl in absoluten Stimmenzahlen wie nach dem Anteil der Fremdstimmen an seinem Resultat ist Fluri unbestritten Solothurns «Panaschierkönig» 2015.

Walter Wobmann (SVP)

SVP-Spitzenmann Walter Wobmann, erneut bestgewählter Nationalrat im Kanton, hat auch am zweitmeisten fremde Stimmen gesammelt. Mit 4246 Stimmen von anderen als SVP-Listen (inklusive Wahlzetteln ohne Parteibezeichnung) liegt er zwar deutlich hinter Fluri, aber vor Stefan Müller und Bea Heim auf Platz 2. Dass Wobmann im Stimmvolk stark polarisiert, zeigt sich aber daran, dass sein Fremdstimmenanteil mit 13,9 Prozent unvergleichlich tiefer liegt als bei den Solothurner Nationalräten von FDP, CVP und SP.

Christian Imark (SVP)

Der neugewählte SVP-Nationalrat Christian Imark erhielt starken regionalen Sukkurs aus dem Schwarzbubenland, und mit 2744 Stimmen erntete er mehr parteifremde Zustimmung als Hadorn, Schläfli oder Borer. Imarks Fremdstimmenanteil von 11,3 Prozent ist aber der tiefste aller Gewählten: Da hat der Neuling Potenzial nach oben.

Philipp Hadorn (SP)

Beim Gewerkschafter Philipp Hadorn machen die 2637 parteifremden Stimmen genau einen Viertel aus. Der Methodist sammelte wenig, dafür sehr breit auch bei vielen Kleinparteien. Und Kleinvieh macht auch Mist: Allein 2,7 Prozent von Hadorns Gesamtresultat kamen von der kleinen EVP – diese 270 EVP-Stimmen sicherten ihm den Vorsprung von 122 Stimmen auf Franziska Roth. Die SP-Präsidentin kam nur gerade auf 9 Stimmen von der EVP.

Bea Heim (SP)

Unübertroffene Fremdstimmensammlerin der SP bleibt Bea Heim: 3760 Stimmen oder 30,1 Prozent ihrer Gesamtstimmenzahl kamen nicht von SP-Wählern, das bedeutet Platz 4 unter den Gewählten. Nicht weniger als 12 Prozent aller Heim-Stimmen kamen von Grünen, FDP und CVP.

Kurt Fluri (FDP)

7798 Stimmen oder 36,6 Prozent seiner Gesamtzahl erhielt Kurt Fluri von nichtfreisinnigen Listen: Mit diesem parteiübergreifenden Sympathieausweis liegt der Solothurner Stadtpräsident mit grossem Abstand auf Platz 1. CVP-, SP- und sogar SVP-Wähler trugen je etwa 6 Prozent zu Fluris Wahlresultat bei – normalerweise der Ritterschlag für eine Ständeratskandidatur …

Stefan Müller-Altermatt (CVP)

Ein äusserst wertvoller Kandidat für die CVP ist Stefan Müller-Altermatt: Mit 3971 Fremdstimmen und einem Anteil von 30,4 Prozent (Platz 3) ist er gar noch erfolgreicher als Bea Heim bei der SP. Den grössten Beitrag daran leisteten mit über 7 Prozent die FDP-Wähler.

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