Kontrollschilder
Der Nummernverkauf bringt dem Kanton Solothurn jährlich über eine Million ein

Versteigerung und Direktverkauf von Wunsch-Kontrollschildern sind ein einträgliches Geschäft, der Kanton nimmt damit jährlich gut eine Million ein. Soeben ging SO 39 für 30'000 Franken weg. Die prestigeträchtigste Nummer SO 1 kommt aber nicht auf den Markt.

Urs Moser
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Die Versteigerung von Autonummern ist ein einträgliches Geschäft für die Motorfahrzeugkontrolle.

Die Versteigerung von Autonummern ist ein einträgliches Geschäft für die Motorfahrzeugkontrolle.

SZ

Autofahrer sind offenbar bereit, für ein bestimmtes Nummernschild tief in die Tasche zu greifen. Die Kantone haben daher schon lange den Verkauf und/oder die Versteigerung von Wunsch-Nummernschildern als Einnahmequelle entdeckt. Auch im Kanton Solothurn ist das ein durchaus einträgliches Geschäft.

Das Mindestgebot für zweistellige Autonummern liegt bei 8000 Franken, bei der jüngsten Versteigerung ging SO 39 soeben für 30'000 Franken weg. Aber auch für mehrstellige Nummern wird noch tief in die Tasche gegriffen. Einen kleinen Run gab es am letzten Auktionstag etwa auf SO 8585 (20 Gebote), der neue Besitzer lässt sich das Schild immerhin 3000 Franken kosten.

SO 1 bleibt im Schatzkasten

Das Thema beschäftigt auch die Politik. Aus der Eitelkeit der Automobilisten sollte noch viel mehr herauszuholen sein, musste sich SVP-Kantonsrat Richard Aschberger (Grenchen) gedacht haben, als er bei der Regierung nachfragte, wann in Gottes Namen SO 1 «endlich versteigert wird, statt nutzlos im Magazin zu verstauben und kein Geld in die Staatskasse zu spülen». Doch der Regierungsrat winkt ab. Ein Verkauf dränge sich im Moment weder aus finanziellen Überlegungen auf, noch scheine der Augenblick für die Versteigerung von SO 1 aus wirtschaftlichen Überlegungen günstig, schreibt er.

Weil Geld in der Staatskasse fehlte, versteigerte Solothurn ab 1994 als erster Kanton Kontrollschilder. SO 1, heute wieder im Depot, ging damals für 20'000 Franken weg.

Weil Geld in der Staatskasse fehlte, versteigerte Solothurn ab 1994 als erster Kanton Kontrollschilder. SO 1, heute wieder im Depot, ging damals für 20'000 Franken weg.

Alois Winiger

In die allgemeine Staatskasse fliesst der Erlös aus dem Verkauf und der Versteigerung von Autonummern sowieso nicht, sondern in die Strassenrechnung. Aber auch hier wäre angesichts des Gesamtertrags von gut 91 Millionen ein Auktionspreis von zum Beispiel 50'000 Franken (das Mindestgebot für einstellige Nummern liegt bei 10'000 Franken) für das prestigeträchtigste aller Nummernschilder «nur ein Tropfen auf den heissen Stein», findet die Regierung.

Dieses Jahr bereits 1,1 Millionen eingenommen

Wobei: Insgesamt fällt der Nummernverkauf durchaus ins Gewicht. Die Motorfahrzeugkontrolle sei «sehr zufrieden» mit den Ergebnissen, heisst es. Im letzten Jahr wurden 300 Kontrollschilder versteigert und 2757 im Direktverkauf abgegeben. Aus der Versteigerung resultierte ein Erlös von 332'960 Franken, durch den Direktverkauf wurden 848'900 Franken eingenommen, insgesamt also fast 1,2 Millionen.

Auch dieses Jahr läuft das Geschäft wieder gut: Bis Mitte November 283'100 Franken aus der Versteigerung von 253 und 820'380 Franken aus dem Direktverkauf von 2553 Kontrollschildern. Macht also auch bereits wieder über eine Million.

Aktuell stehen übrigens wieder sechs Nummernschilder zur Versteigerung, darunter zum Beispiel SO 477. Bis jetzt sind noch keine Gebote eingegangen.

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