Kommentar
Der Mensch stört sitzend und stehend

Das Thema Stand-up-Paddling auf der Aare polarisiert. Dafür ist auch das Amt für Umwelt verantwortlich

Balz Bruder
Balz Bruder
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Andrea Stalder

Das mutet nun tatsächlich wie ein verspäteter Aprilscherz an: Stand-up-Paddeln – was immer man auch davon halten mag – ist nun zum Teil auch in den Aare-Naturschutzgebieten zwischen Lüsslingen und Flumenthal erlaubt. Mit einer entscheidenden Einschränkung: Bitte hinsetzen, lautet die Losung dabei für jene, die mit ihrem Schwimmgerät unterwegs sind. Zum Schutz der Zug- und Wasservögel, wie der Kanton betont.

Beim Versuch, einen jener klassischen Konflikte zwischen Naturschutzanliegen und Freizeitinteressen zu lösen, wie sie immer häufiger auftreten, ist der Kanton nun im wahrsten Sinn des Wortes auf einen umwerfenden Kompromiss gestossen. Er ist umso schwerer verständlich, als Bootsfahrten mit Gummi- und Ruder-, ja, teilweise sogar mit Motorbooten schon heute erlaubt sind.

Nichts gegen den Schutz der Wasservögel, im Gegenteil. Aber ob die Stand-up-Paddler stehen oder sitzen, ist für die Zukunft der Fauna kaum entscheidend. Wichtiger ist, dass der Nutzungsdruck auf die Gebiete insgesamt nicht ins Uferlose wächst. Isolierte Detailregelungen über einzelne Betätigungen sind in der Summe wenig hilfreich. Der Mensch ist und bleibt, ob sitzend oder stehend, ein Störfaktor.

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