Kloster Mariastein
Der Kantonsrat fühlt sich gegenüber dem Wallfahrtsort in der Pflicht

Auch der Kanton Solothurn soll einen Beitrag an die Bemühungen zur Sicherstellung der Zukunft des Klosters Mariastein leisten. Darüber war man sich im Kantonsrat fast einig, die SVP sieht hier ein gefährliches Präjudiz.

Urs Moser
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Der heute hauptsächlich als Parkplatz genutzte Platz vor dem Kloster Mariastein soll mit Unterstützung des Kantons neu gestaltet werden

Der heute hauptsächlich als Parkplatz genutzte Platz vor dem Kloster Mariastein soll mit Unterstützung des Kantons neu gestaltet werden

Bea Asper

Das Kloster Mariastein hat diverse Projekte an die Hand genommen, um die Zukunft des zweitwichtigsten Wallfahrtsorts in der Schweiz nach Einsiedeln zu sichern – auch wenn die jetzige Klostergemeinschaft der Benediktiner die Verantwortung dafür eines Tages nicht mehr allein tragen kann.

Eine sehr grosse Mehrheit des Kantonsrats sieht hier auch den Kanton in einer gewissen Pflicht. Dies angesichts der spirituellen wie auch touristischen Bedeutung des Wallfahrtsorts, aber auch historisch bedingt (Klosteraufhebung im Kulturkampf). Der Regierungsrat soll deshalb eine finanzielle Beteiligung an den Bemühungen zur Zukunftssicherung prüfen. Namentlich geht es um einen Beitrag an die Neugestaltung des Klosterplatzes, der heute für den Publikumsverkehr wenig attraktiv als Parkplatz und Postauto-Haltestelle genutzt wird.

Den entsprechenden überparteilichen Auftrag nahm die Regierung auch bereitwillig entgegen, Opposition kam nur von der SVP-Fraktion (mit Ausnahme der Mitglieder aus dem Schwarzbubenland). Man anerkenne die Bedeutung des Klosters als kulturelle und religiöse Institution durchaus und begrüsse auch ausdrücklich den Willen der Klostergemeinschaft, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen, so Beat Künzli (Laupersdorf). Nur sei es nun einmal nicht Sache des Kantons, diese Bemühungen zulasten des Staatshaushalts finanziell mitzutragen, das sei eine Grundsatzfrage. Künzli warnte davor, «die Büchse der Pandora» zu öffnen, anderen Institutionen mit ähnlichen Anliegen könnte man ja dann die Unterstützung schlecht verweigern. Für solche Zwecke stehe der Swisslosfonds zur Verfügung, über dessen Verwendung der Regierungsrat ohne Kantonsratsbeschluss verfügen kann.

Gerade weil die Sache damit der Kontrolle des Parlaments entzogen wäre, hätte man mit der Finanzierung eines Kantonsbeitrags aus dem Swisslosfonds Mühe, erklärte wiederum Nicole Hirt (GLP, Grenchen).

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