Storyparade 2017
Kirschblütler im Januar: Der Tod des Gurus und die Frage nach der Nachfolge

Wir haben für jeden Monat eine regionale Geschichte rausgepickt, welche unsere Leserinnen und Leser 2017 besonders interessiert hat. Darunter sind politische Aufreger, Geschichten von aussergewöhnlichen Menschen, aber auch Skurriles. Im Januar: Der Tod des schillernden Kirschblüten-Gurus Samuel Widmer.

Drucken
Teilen
Samuel Widmer und seine Frau Danièle Nicolet, hier während einer Demonstration in Solothurn 2011. Nicolet soll die Kirschblütengemeinschaft künftig leiten. (Archiv)

Samuel Widmer und seine Frau Danièle Nicolet, hier während einer Demonstration in Solothurn 2011. Nicolet soll die Kirschblütengemeinschaft künftig leiten. (Archiv)

Foto: Hansjörg Sahli / Montage: Elia Diehl

Er war ein genauer Beobachter von Samuel Widmer. Der Journalist Hugo Stamm bezog seine Informationen rund um die Kirschblütler von Aussteigern der Gemeinschaft, nachdem ihm Samuel Widmer ein Kontaktverbot auferlegt hatte.

Wie Stamm erklärt, war Widmer «als spiritueller Weltenlehrer bis zum Schluss die unumstrittene Führungsfigur der Gemeinschaft und wurde von seinen Anhängern wie eine messianische Figur verehrt».

Als Nachfolge sei Widmers Ehefrau Danièle Nicolet schon seit längerem aufgebaut worden. Die Gemeinschaft brauche, jemanden, der sie im Übersinnlichen anleite. Ausserdem werde Nicolet aufgrund ihrer spirituellen Fähigkeiten verehrt, erklärt Stamm.

Auch vermutet er, dass die Nachfolgeregelung reibungslos ablaufen werde. Kaum ein Mitglied werde die Gemeinschaft aufgrund von Widmers Tod verlassen.

Am Mittwoch, 18. Januar 2017, verstarb der umstrittene Arzt und Psychotherapeut Samuel Widmer 68-jährig überraschend an Herzversagen. Er war der Anführer der sektenähnlichen Kirschblüten-Gemeinschaft, in der in Gruppentherapien Substanzen wie Ecstasy und Mescalin abgegeben worden sein sollen. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. (coh/crs)

Wie es weiterging...

Im April sprach die Witwe des Gründers, Danièle Nicolet, erstmals über die Zukunft der Kirschblütler. Diese hänge nicht von der Präsenz eines Gurus ab. Die Gemeinschaft, so die 51-Jährige, brauche keine Leitung.

Aktuelle Nachrichten