Kirche
Solothurner Reformierte wollen neue «Vision» gegen Mitgliederrückgang

Die Synode der reformierten Kirche Kanton Solothurn erteilte dem Antrag grünes Licht, Zukunftsstrategien für die Kirche zu entwickeln.

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Wechsel an der Spitze der Synode: Zsuzsa Schneider tritt als Präsidentin zurück, Michael Schoger übernimmt.

Wechsel an der Spitze der Synode: Zsuzsa Schneider tritt als Präsidentin zurück, Michael Schoger übernimmt.

Zvg

Die Synode beschäftigte sich in der Oltner Pauluskirche mit einer Motion aus Olten. Aufgrund der prekären Finanzen der Kirchgemeinde verlangten die Synodalen aus der Dreitannenstadt 2020 vom Synodalrat Massnahmen und Strategien im Hinblick auf die rückläufigen Einnahmen und den Mitgliederrückgang.

In seinem Antrag auf die Motion erklärte der Synodalrat sein Vorgehen bei diesem Prozess. Man wolle die Strategie von unten – also «Bottom-up» – aufbauen, erklärte Synodalratspräsidentin Evelyn Borer:

«Wer die Zukunft planen will, muss zudem die eigenen Wurzeln, Geschichte und Verantwortlichkeiten kennen.»

In seinem Antrag formulierte der Synodalrat die drei Handlungsfelder, die er vertiefen möchte: Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, Bewahrung der Schöpfung und Ökologie sowie Gemeindeentwicklung und Gemeindestrukturen.

Die Verkündigung des Evangeliums und der kirchlichen Werte schärfe das Profil der Kirchen, bedinge aber geeignete Kommunikationsgefässe, erklärte Evelyn Borer:

«Die Kantonalkirche muss ihre Haltung transportieren, sonst zeigt sie kein Profil. Gemeinsame Strategien und Auftritte verstärkten dabei die Wirkung.»

Auch in der Ökologie müssten die Kirche und die Kirchgemeinden konkrete Schritte angehen, sagte die Synodalratspräsidentin. «Die Bewahrung der Schöpfung gehört zum biblischen Auftrag.»

Die Oltner Synodalen dankten dem Synodalrat für den Antrag. Die Synode stimmte diesem zu, mit dem Zusatz, neu auch die Friedensförderung in die Handlungsfelder aufzunehmen.

Evelyn Borer glanzvoll wiedergewählt

Ausserdem standen Wahlgeschäfte auf der Tagesordnung. Sämtliche kantonalen Gremien mussten sich dem Entscheid des Kirchenparlamentes stellen. Glanzvoll wurde der Synodalrat der Solothurner Reformierten bestätigt.

Synodalratspräsidentin Evelyn Borer

Synodalratspräsidentin Evelyn Borer

Keystone

Ebenso Synodalratspräsidentin Evelyn Borer und Vizepräsident Markus Leuenberger. Im Synodalrat sitzen damit Evelyn Borer (Dornach), Markus Leuenberger (Gretzenbach), Haiko Behrens (Dornach), Werner Berger (Egerkingen), Erich Huber (Olten), Sandra Knüsel (Büren) und Barbara Steiger (Bättwil).

Einen Wechsel gab es an der Spitze der Synode. Nach zwei Amtszeiten traten Präsidentin Zsuzsa Schneider und Hannes Steiger zurück. Evelyn Borer dankte Zsuzsa Schneider für ihr Engagement und ihre «gute und strukturierte Arbeit».

Das Präsidium übernimmt neu Michael Schoger. Der 66-Jährige war bis vor kurzem Pfarrer im Niederamt und ist nun frisch pensioniert. Vizepräsidentin wird Rita Bützer-Schär, Aktuarin des Synodenbüros Jacqueline Menzi.

Soziale Leistungen für die Allgemeinheit

Erstmals stattete Denise Tormen, Leiterin des Rechtsdienstes des kantonalen Kulturdepartementes, der Synode einen Besuch ab. Die Juristin ist Nachfolgerin von Dieter Altenburger, der bis zu seiner Pensionierung für das Kirchenwesen im Kanton zuständig war.

Tormen überbrachte die Grüsse von Landammann Remo Ankli und erläuterte die Schnittstellen zwischen Kirchen und Kanton. «Aus diesem Verhältnis erwachsen Rechte und Pflichten», sagte sie. Als öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaften hätten die Landeskirchen das Recht, Kirchensteuern zu erheben, und kämen in Genuss des Finanzausgleichs. Andererseits genehmigt der Kanton die Satzungen und Statuten der kirchlichen Gremien und die Kirchen erbringen soziale Leistungen für die Allgemeinheit. (szr)