Fachstelle
infoklick.ch gibt Mandat ab – Jugendförderung ist wieder Sache des Kantons

Seit Anfang Februar müssen Gemeinden bei Kinder- und Jugendfragen beim Amt für soziale Sicherheit anklopfen. Die zuvor zuständige Anlauf- und Koordinationsstelle wurde eingestellt, da das Mandat vom Verein infoklick.ch vorzeitig abgegeben wurde.

Caroline Beck
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Auch in Zukunft wird der Verein infoklick.ch Projekte wie der Jugendpolittag im Kanton organisieren.

Auch in Zukunft wird der Verein infoklick.ch Projekte wie der Jugendpolittag im Kanton organisieren.

Thomas Ulrich

Wer im Internet nach der Kinder- und Jugendförderung Kanton Solothurn googelt, findet zwar noch die offizielle Homepage der Fachstelle, wird aber weiter ans Amt für soziale Sicherheit verwiesen. Denn per 31. Januar wurde die Anlauf- und Koordinationsstelle für Kinder- und Jugendfragen geschlossen und wieder in kantonale Obhut übergeben. Dies nachdem die Zuständigkeit seit 2002 an Private ausgelagert worden war. In den vergangen rund zehn Jahren war der Verein infoklick.ch für die Fachstelle Kinder- und Jugendförderung zuständig.

Jugendpolitik ist im Wandel

Die Leistungsvereinbarung zwischen dem Verein und dem Kanton Solothurn sollte Ende dieses Jahres auslaufen. Auf Anfrage hat Monica Sethi Waeber, zuständige Abteilungsleiterin vom Amt für soziale Sicherheit, erklärt, dass infoklick.ch die Zusammenarbeit mit dem Kanton vorzeitig beendet habe. «Wir bedauern diesen Entschluss seitens infocklick.ch», sagt Sethi Waeber. Die Begründungen seien aber nachvollziehbar und verständlich gewesen.

So wolle sich der Verein für Kinder- und Jugendförderung künftig neuen Wirkungsfeldern und Projekten widmen. Die Abteilungsleiterin sieht die vorzeitige Beendigung der Zusammenarbeit als Chance für den Kanton. «Wir möchten die Kinder- und Jugendpolitik neu ausrichten», sagt sie. In den vergangenen Jahren sei in Sache Kinder- und Jugendpolitik zudem einiges in Bewegung gekommen. 2013 ist diesbezüglich auch ein neues Bundesgesetz in Kraft getreten. Geplant ist nun, mit den Gemeinden eine Strategie zu entwickeln, welche Massnahmen für die Stärkung der ausserschulischen Kinder- und Jugendförderung festlegt.

Genaue Gründe, weshalb der Verein ein Jahr vor Vertragsablauf seine Tätigkeit niedergelegt hat, werden von infoklick.ch auf Anfrage nicht explizit genannt. «Wir haben zunehmend festgestellt, dass vor allem Projekte und die Partizipation unsere Stärken sind», grenzt sich Markus Gander, Geschäftsleiter von infoklick.ch, von Verwaltungsarbeiten ab. Es sei sozusagen eine Vernunftslösung im positiven Sinne gewesen und habe für beide Parteien zu einem guten Zeitpunkt stattgefunden, so die Einschätzung von Gander. Nicht schlüssig ist auch, ob die Parteien unterschiedliche Auffassungen der zu leistenden Arbeit hatten.

Neuer Posten für Jugendfragen

In Zukunft wolle das Amt für soziale Sicherheit das gesamte Leistungsangebot, wie Beratung der Gemeinden und Institutionen bei Jugendfragen, Projektunterstützung oder die Förderung der Partizipation aufrechterhalten. Dazu stützen sie sich jeweils auf Empfehlungen der Konferenz der kantonalen Sozialdirektion (SODK).

Um den Aufgaben gerecht zu werden, wurde per 1. März beim Amt für soziale Sicherheit eine neue Stelle geschaffen. Der zuständige Fachexperte Remo Meister wird sich künftig mit den Fragen bezüglich Kinder- und Jugendförderung auseinandersetzen.

«Die Finanzierung erfolgt kostenneutral», sagt Sethi Waeber. Dadurch, dass infoklick.ch für seine Dienstleistungen jährlich eine Entschädigung von 400’000 Franken – zur einen Hälfte aus der Staatsrechnung, zur anderen Hälfte aus dem Lotteriefonds – erhalten hat, kann ein Teil der vorhandenen Staatsgelder für den neuen Posten aufgewendet werden. Der übrige Betrag werde für weitere Aufgaben im Jugendbereich eingesetzt. Die Gelder aus dem Lotteriefonds stehen auch weiterhin zur Verfügung.

So könnten damit zum Beispiel Projekte wie der Jugendpolittag und der Jugendprojektwettbewerb finanziert werden. Diese werden auch künftig vom Verein infoklick.ch durchgeführt. Denn obwohl infoklick.ch sein Mandat niedergelegt hat, bestehe noch immer die Möglichkeit, weitere Projektgesuche einzureichen, was Sethi Waeber auch als wünschenswert erachtet, und auch Gander begrüsst. Der Kanton selbst würde keine Projekte der Jugendarbeit realisieren.

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