Fahndungserfolg
Haupttäter im Mordfall Dulliken wird in Serbien verhaftet

Im Zusammenhang mit einem Raubmord an einem 80-jährigen Mann von 1993 in Dulliken ist der mutmassliche Haupttäter, ein 40-jähriger Serbe, in Serbien festgenommen worden.

Adriana Gubler
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Demir H. wurde im Mai wegen Mordes zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt. (Archiv)

Demir H. wurde im Mai wegen Mordes zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt. (Archiv)

Tele M1

Nachdem das Amtsgericht Olten-Gösgen vor gut einem Monat einen 51-jährigen Serben wegen Gehilfenschaft zu Mord zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt hatte, blieb ein grosser Wermutstropfen übrig: Der 40-jährige Komplize, dem vorgeworfen wird, zusammen mit dem Verurteilten für den grausamen Mord am 80-jährigen Rentner von 1993 in Dulliken verantwortlich zu sein, war vor Gericht der grosse Abwesende. Dieser Tatverdächtige, ebenfalls ein Mann serbischer Staatsangehörigkeit, war zum Zeitpunkt der Verhandlung in seinem Heimatland auf freiem Fuss.

In diesem grünen Haus an der Aegertenstrasse in Dulliken geschah der grausame Mord am 80-jährigen Mann.

In diesem grünen Haus an der Aegertenstrasse in Dulliken geschah der grausame Mord am 80-jährigen Mann.

HR.Aeschbacher

Serbische Behörden verantwortlich

Am Freitagmorgen nun konnte die Solothurner Staatsanwaltschaft in Bezug auf diesen 40-jährigen Komplizen einen Ermittlungserfolg vermelden: «Der Verdächtige konnte in Serbien verhaftet werden», liess die Staatsanwaltschaft in einer Medienmitteilung verlauten.

Seine Festnahme sei nach umfangreichen Ermittlungen der Solothurner Staatsanwaltschaft und in enger Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Behörden - insbesondere mit dem Bundesamt für Polizei, der Kantonspolizei Solothurn und den serbischen Strafverfolgungsbehörden - erfolgt.

Bei der Verhandlung des 51-jährigen Serben von Ende April machte Amtsgerichtspräsidentin Barbara Hunkeler keinen Hehl daraus, dass es für sie unbefriedigend sei, dass nur ein Mann auf der Anklagebank sitze - und der Komplize eben nicht. Nun steht fest, dass sich der 40-Jährige definitiv nicht vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen verantworten muss. Denn die Solothurner Staatsanwaltschaft hat in Absprache mit dem Bundesamt für Justiz die serbischen Behörden ersucht, die Strafverfolgung in Bezug auf den zweiten Tatverdächtigen zu übernehmen.

«Serbien liefert wie viele andere Staaten, darunter auch die Schweiz, seine Staatsangehörigen nicht an andere Länder aus», sagt Folco Galli vom Bundesamt für Justiz (BJ). Deshalb habe man sich als logische Folge für diese Übernahme entschieden und mit den serbischen Behörden Kontakt aufgenommen. Damit liegt die Verantwortung für das Verfahren nun bei den serbischen Behörden. «Das ist richtig. Wir haben die Verantwortung damit aus der Hand gegeben», bestätigt der Pressesprecher des BJ.

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