Solothurn Tourismus
Für die kalten Tage hat der Cabrio-Panoramabus ein Glasdach

«Region Solothurn Tourismus» lud zu einer Jungfernfahrt der spezielleren Sorte ein: In einem Bus mit offenem Verdeck ging es von Solothurn zum Burgäschisee. Für kalte Tage hat der Bus ein Glasdach. In der Schweiz ist das Gefährt einmalig.

Christoph Neuenschwander
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Versammlung vor der Jungfernfahrt mit dem Cabrio-Panoramabus
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Tourismusdirektor Jürgen Hofer und Geschäftsführerin Diana Tschui schneiden das Band durch.
Und los gehts
Mit dem Cabrio-Panoramabus in der Region unterwegs.
Nur der Chauffeur ist vor dem Fahrtwind geschützt.
Die Fahrten finden jeweils in Begleitung einer Stadtführerin oder eines Stadtführers statt
Jungfernfahrt mit dem neuen Cabrio-Panoramabus von Solothurn Tourismus

Versammlung vor der Jungfernfahrt mit dem Cabrio-Panoramabus

Hansjörg Sahli

«Jetzt müsst ihr darauf achten, wie euch die anderen Leute anschauen», sagt Diana Tschui, Geschäftsleiterin des «Fahr und Shuttle Service Mittelland». Die geladenen Gäste des ersten Cabrio-Panoramabusses gucken gespannt nach draussen – das heisst, draussen sitzen sie im Grunde ja schon, denn das Verdeck des 21-Plätzers ist offen. Und in der Tat, die erstaunten, begeisterten und teilweise neidischen Blicke der Stadtsolothurner Passanten gehören ganz bestimmt zu den Highlights dieser aussergewöhnlichen Fahrt: einer Jungfernfahrt durch Solothurn und Umgebung. In einem Bus. Ohne Dach.

Nun mag man sagen, das kenne man ja schon aus den Ferien in Italien oder Frankreich. Da gebe es auch diese unsäglichen Touristenbusse ohne anständiges Dach, die den Urlauber für eine Handvoll Euro in der Stadtluft spazieren fahren. Doch damit hat das neue Cabriolet in Tschuis Rennstall nichts zu tun.

Den Mercedes – ausgestattet mit einem Schiebedach eines holländischen Herstellers, der normalerweise Boote überdacht – gab es noch vor einem Jahr erst als Prototyp. Diana Tschui entdeckte das Gefährt an einer Messe, beobachtete die Reaktionen der Menschen auf den eleganten Kleinbus und wusste: «Das brauchen wir im Mittelland auch.»

Vier Touren im Angebot

In Zusammenarbeit mit «Region Solothurn Tourismus» ist daraus das Projekt «Cabrio fahren – mit Wind in den Haaren» entstanden. Dieses richtet sich eben nicht an «hop-on, hop-off»-Touristen, sondern an Gruppen wie etwa Seminarteilnehmer, Hochzeitsgesellschaften oder Firmen auf Geschäftsausflug. Zur Auswahl stehen vier verschiedene Touren, wie Projektleiterin Murielle Blaser vom Solothurner Tourismusbüro sagt.

Die jeweils vierstündigen Reisen beginnen immer mit einer Fahrt durch die Stadt entlang der Stadtmauern, bevor es anschliessend in eine bestimmte Gegend in der Region geht: entweder zum Burgäschisee, in die Witi, in den Bucheggberg oder in die nähere Umgebung Solothurns. «Natürlich kann man das Programm auch nach eigenen Wünschen zusammenstellen oder erweitern», fährt Murielle Blaser fort.

Touren und Preise

Im Programm sind verschiedene Cabrio-Panoramabus-Touren.

- Solothurn und Burgäschisee: Stadt ausserhalb der Mauern, Schloss Waldegg, Rüttenen, Balm, Burgäschisee.

- Solothurn und Umgenung: Stadt ausserhalb der Mauern, Schloss Waldegg, Verenaschlucht, Altreu

- Solothurn und Buechibärg: Stadt ausserhalb der Mauern, Buechibärg, Büren, Altreu

- Solothurn und Witi: Stadt ausserhalb der Mauern, Schloss Waldegg, Vereneaschlucht, Witi Altreu

Dauer: Für die ganze Tour ca. 4 Stunden

Anzahl Personen: Gruppen bis 20 Personen

Preise (für 4 Stunden): 980 Franken für den Bus, 400 Franken für die Führungsperson

Auffallen tut man

«So können wir die Stadt in einem grösseren Kontext zeigen», erklärt Tourismusdirektor Jürgen Hofer. «Denn nicht nur die Altstadt von Solothurn ist sehenswert, sondern auch die Region.» Und lehrreich ist das Ganze ebenfalls, denn die Fahrten finden jeweils in Begleitung einer Stadtführerin oder eines Stadtführers statt. Auch heute ist eine dabei: Susanne Imhof versorgt die Reisenden der Jungfernfahrt mit Geschichten und Anekdoten über die Orte, die sie passieren.

«So geil», ruft eine Schülerin ihrer Freundin auf dem Velo zu, als der Bus vorbeirauscht. Ein kleiner Junge zupft aufgeregt am Ärmel seines Vaters und zeigt auf das dachlose Riesenauto. Auffallen tut man, so viel steht fest. Und jeder der Passagiere hat ein breites Lächeln im Gesicht.

Ohne Verdeck in den Winter?

So weit, so gut. Bloss: Wieso genau weiht man ein Cabriolet im September ein? So lieblich warm wie an der Jungfernfahrt dürfte es nicht mehr allzu lange bleiben. «Das ist Zufall», sagt Murielle Blaser. Das Gefährt – einmalig in der Schweiz – sei erst gerade fertiggestellt und geliefert worden. «Und wir wollten natürlich eine echte Jungfernfahrt machen, bevor der Panoramabus von Reisegruppen gebucht und gebraucht wird.» Buchbar sind Touren im Übrigen ab sofort. Den Bus mietet man für einen halben Tag. 980 Franken koste er, inklusive Fahrer, aber exklusive Stadtführerin.

Nur der Wind in den Haaren ...

Dass es draussen nun herbstlich wird, sei überhaupt kein Problem, sagt Blaser. Erstens liessen sich die Touren sehr gut mit anderen Angeboten von «Region Solothurn Tourismus» kombinieren, die nun aktuell würden: etwa Fackelwandern und Fondue-Essen am Burgäschisee.

Und schliesslich kann das klimatisier- und beheizbare Fahrzeug zu jeder Jahreszeit und bei jedweder Witterung eingesetzt werden, ohne viel an Charme einbüssen zu müssen: Das Glasdach bietet nämlich denselben umfassenden Ausblick, den man auch bei offenem Verdeck hätte. Nur der Wind in den Haaren, der fehlt dann.

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