Jörg Slaschek
Eine Zigarre nach feinem Essen und gutem Wein ist für ihn das Tüpfelchen auf dem i

Jörg Slaschek ist 17-Punkte-Koch im «Attisholz» und «The Cigar Man of the Year». «Nur wer die Zigarre findet, die zu ihm passt, kann sie geniessen», sagt der gebürtige Bayer. Rauchen bedeutet für ihn Entspannung und Genuss.

Elisabeth Seifert
Drucken
Teilen
Jörg Slaschek vom «Attisholz» mit seinen Zigarren.

Jörg Slaschek vom «Attisholz» mit seinen Zigarren.

Hanspeter Bärtschi

Zehn Jahre bereits mischt Jörg Slaschek, Inhaber des Restaurants Attisholz in Riedholz, in der obersten Schweizer Kochliga mit. In der Ausgabe 2004 des Gastroführers Gault Millau figurierte der gebürtige Bayer erstmals unter den 17-Punkte-Köchen. Und seither weiss Slaschek, der das «Attisholz» im Jahr 2000 übernommen hat, die Gastrokritiker immer wieder von seiner Kochkunst zu überzeugen. Auch im soeben publizierten «Gault Millau» 2014 (wir berichteten).

Neben den erneut ergatterten 17 Punkten wird der 46-Jährige zudem mit dem Titel «The Cigar Man of the Year» geehrt.
Würdigung des Gesamtkunstwerks

«Alles muss zusammenpassen»

«Es ist das Tüpfchen auf dem i, ein feines Essen samt gutem Wein mit einer Zigarre abzuschliessen», ist der Gourmet überzeugt. Seit vielen Jahren pflegt er deshalb für interessierte Gäste ein entsprechendes Angebot. Weshalb wird er dann aber gerade jetzt zum «Cigar Man of the Year» ernannt? «Der Titel ist für mich ein Ausdruck der Wertschätzung für das über viele Jahre hinweg entwickelte Gesamtkunstwerk», sagt er nicht ohne Stolz.

«Cigar Man» werde man nämlich nicht einfach aufgrund einer besonders eleganten Raucherlounge. «Es muss vielmehr alles zusammenpassen, das, was auf den Tisch kommt genau so wie der Service und die Atmosphäre.»

Rauchen verbindet

Hört man Jörg Slaschek zu, wird seine Affinität zur Welt der Zigarren schnell mal klar. Längst nicht nur bei der Erläuterung seiner Kochkunst redet sich der Mann ins Feuer. Nicht minder ins Schwärmen gerät er, wenn er etwa die «Nicaragua» aus dem Hause Davidoff als «Hammerzigarre» preist. «Ihr Aroma wird geprägt durch Pfeffernussnoten», weiss er Geschmacksnuancen zu unterscheiden. Und: «Sie zieht wunderbar, was nur bei ganz sauber gedrehten Zigarren der Fall ist.» Drei bis fünf Jahre dauert es im Übrigen, bis aus einer Pflanze die fertige Zigarre entsteht.

Und wie stehts mit seinen persönlichen Rauchgewohnheiten? «Ich bin kein starker Raucher», unterstreicht der Spitzenkoch. «Rauchen ist für mich Entspannung und Genuss.» Einen Luxus, den sich Slaschek, der von Mittwoch bis Sonntag mit seinem Team täglich bis zu 15 Stunden in der Küche steht, häufig am Sonntagabend nach getaner Arbeit gönnt. «Ich schliesse damit die Woche ab.» Eine Zigarre zu rauchen, habe auch eine sehr meditative Seite, kommt er ins Sinnieren.

Sehr oft raucht er seine Zigarre dabei nicht alleine, sondern zusammen mit Gästen und Angestellten. «Das Rauchen einer Zigarre verbindet, man kommt dabei ins Diskutieren und kann Freuden und Leiden miteinander teilen.»

Wahl der «richtigen» Zigarre

Die Raucherveranda, gleich beim Eingang ins Restaurant gelegen, atmet den Charme des 300-jährigen Patrizierhauses - mit seinen Böden aus Solothurner Stein, hohen Räumen und grosszügigen Fenstern. Bistrotischchen, Rattanmöbel und viel roter Stoff schaffen Gemütlichkeit. Eine Lüftung mit doppeltem Kohlefilter sowie einer Ozonanlage sorgen für ein möglichst angenehmes Raumklima. Nicht fehlen darf der Humidor mit einer Auswahl von rund 25 verschiedenen Zigarren. Für jeden Geschmack - und jedes Portemonnaie; zu haben sind Slascheks Zigarren für 5 bis 45 Franken.

Slaschek und zwei Mitarbeitende beraten die Gäste bei der Wahl der «richtigen» Zigarre. «Nur wer die Zigarre findet, die zu ihm passt, kann sie geniessen.» Neben den starken Rauchern gibts die mutigen oder weniger mutigen Gelegenheitsraucher. Zudem gelte es, den Zeitfaktor zu berücksichtigen: Im Humidor ruhen Zigarren, für die Mann - oder Frau - eineinhalb Stunden einräumen muss. Wer es besonders stilvoll voll will, wählt zur Zigarre noch den passenden Drink. Slaschek schwört auf einen Rum «mit leichten Aprikosennoten und Mandeln», oder auch auf einen Cognac, der mit seinem «Anklang an Vanille und Zimt» überzeugt.

Aktuelle Nachrichten