Jürgen Hofer
Direktor von Region Solothurn Tourismus: «Die Branche kommt komplett zum Erliegen»

Die Situation ist hart auch für die Tourismusbranche. Für das Tourist Office von Region Solothurn Tourismus hat Direktor Jürgen Hofer Kurzarbeit beantragt. Für ihn ist klar: Die zweite Hälfte des Jahres 2020 entscheidet über die Existenz vieler Betriebe.

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Jürgen Hofer hat Kurzarbeit für das Tourismusbüro beantragt. (Archiv)

Jürgen Hofer hat Kurzarbeit für das Tourismusbüro beantragt. (Archiv)

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Die derzeitige, Corona-bedingte, Situation trifft viele Branchen. Besonders auch den Tourismus. Restaurants sind komplett geschlossen, die Leute angewiesen, zu Hause zu bleiben. «Der Tourismus kommt komplett zum Erliegen», so Jürgen Hofer, Direktor von Solothurn Tourismus, über die aktuelle Lage im Kanton. Von Messen bis hin zu Stadtführungen ist alles abgesagt; auf dem Solothurner Hausberg steht alles still und auch Kursschiffe fahren keine.

Hofer bezeichnet sich selbst als Optimist, will nicht schwarzmalen. Aber: «Die Situation schönzureden bringt nun auch nichts.» Die Betriebe haben keine Einnahmen mehr, das trifft vor allem die Kleinen hart. Denn: Selbstständige dürfen Stand jetzt – wobei der Bund auch hier Unterstützung angekündigt hat – keine Kurzarbeit beantragen. Ihnen wird derzeit also nichts an die Löhne bezahlt; das Einkommen bleibt komplett aus. «Das geht an die Existenz», so Hofer. Aber auch Betriebe mit Mitarbeitenden, für die Kurzarbeit angemeldet werden kann, leiden. Hotels etwa dürften theoretisch geöffnet haben – diese Betriebe schliessen laut dem Direktor von Region Solothurn Tourismus nun nach und nach, um die Aufwände möglichst gering zu halten während dieser Zeit, in der auch bei ihnen Einnahmen – sprich Gäste – ausbleiben.

Das Tourist Office von Region Solothurn Tourismus in Solothurn hat ebenfalls geschlossen; Hofer hat ein Gesuch für Kurzarbeit eingereicht. Eingehende Anrufe betreffen ausschliesslich Stornierungen. Jeder einzelne Betrieb ist laut Hofer damit beschäftigt, sich derzeit über Wasser halten zu können. Eine andere Frage sei dann, ob man auch den Schnauf habe, nach der Krise den Betrieb wieder aufzunehmen. Das Bedrohliche sei, dass man eben nicht wisse, wie lange die Situation andauere.

Sicher sei aber, dass auch das zweite Halbjahr 2020 für viele Betriebe einen Kampf ums Überleben darstelle. Laut Hofer braucht es für die Branche zwingend auch Unterstützung vom Bund. «Sonst gibt das Langzeitschäden in der Region», meint Hofer. Auch Angebote, die zuvor eigentlich gut gelaufen seien, könnten aufgrund der Einbussen wegfallen. (nka)

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