Kloster
Das Kloster Mariastein will Wallfahrer zum Verweilen einladen

Umfassend saniert, Ende Februar dieses Jahres von den Benediktinern von Mariastein zurückgekauft und in ein Kurhaus der «anderen Art» verwandelt: die alte Pilgerherberge «Kurshaus Kreuz» in Mariastein.

Philipp Eng
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Die «Pilgerherberge Kreuz» gehört nach vielen Jahren wieder den Benediktinern von Mariastein.

Die «Pilgerherberge Kreuz» gehört nach vielen Jahren wieder den Benediktinern von Mariastein.

zvg

Nach fast 140 Jahren sind die Benediktiner des Klosters Mariastein wieder Alleineigentümer der gegen Ende des 17. Jahrhunderts erbauten Pilgerherberge. 1935 erwarben Franziskanerinnen aus dem Süddeutschen die Herberge, welche sie als religiöses Bildungshaus und Erholungspension betrieben.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden die finanziellen und organisatorischen Engpässe dermassen gross, dass die Nonnen die Benediktiner um Unterstützung baten. Diese kauften die Herberge im Jahre 2012 auf und tätigten einige Investitionen. Der Wallfahrtsort Mariastein will nun in die Zukunft blicken: Die alte Pilgerherberge wurde komplett umfunktioniert und in ein Erholungszentrum mit Seminarräumen und einem kleinen Wellnessbereich umgewandelt. Es werden Kurse angeboten, welche von einer Fastenwoche über einen meditativen Kochkurs bis hin zu Ikonenmalkursen reichen.

Ganz nach dem Motto auf der Internetseite des Kurhauses Kreuz, «Abwechslung macht das Leben süss», soll das neue Zentrum zu einem Ort der Ruhe und vielseitiger Entspannung werden, denn dies sei genau das, was Mariastein von anderen Orten abhebe und die Leute anziehe. Wallfahrtsgruppen und auch Einzelgäste würden immer wieder nach dieser Ruhe suchen, welche fundamental für die Entspannung sei.

Von Sury sieht die Zeichen der Zeit und bemerkt, dass zum Beispiel die Wallfahrer heutzutage meistens keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr brauchen und am Abend mit dem Auto nach Hause fahren können, was dem Kloster finanzielle Einbussen bringe. Es musste also eine zukunftsorientierte Lösung gefunden werden, welche noch immer auf den «alten» Werten aufbaut. Die 24 Mönche, die im Kloster Mariastein leben, würden einen immer höheren Altersdurchschnitt aufweisen und bedingt durch das zunehmende Alter auch immer mehr von körperlichen Leiden geplagt, sagt von Sury.

Hinsichtlich dieser Gründe wurden die Benediktiner-Mönche zum Handeln gezwungen. Sie berufen sich auf die Ruhe und die wunderschöne Natur, welche Mariastein umgeben, und versuchen diese nun gut zu vermarkten. Von Sury sagt, man müsse nun wirtschaftlich denken und die Gäste des Klosters mit jenen der verpachteten Pilgerherberge koordinieren. Für die Erholung und die Bildung wird wohl das Kurhaus, für den Geist das Kloster dienen. Wie das endgültige Konzept aussehen wird, weiss von Sury momentan noch nicht genau.

Es soll eine Oase entstehen, in der eine Harmonie zwischen körperlicher und seelischer Entspannung und kreativer Produktivität vorherrsche, «begleitet von göttlicher Kraft», sagt er. Dieses Konzept sei wegweisend für andere Klöster, da man sich als «normaler» Pilgerort heutzutage kaum mehr über Wasser halten könne.

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