Schwarzsee
Das Andere Lager fasziniert immer von Neuem

Seit 22 Jahren wird das Andere Lager durchgeführt. Und auch dieses Jahr wurde es zur Solidarität der Generationen. Teilnehmer und Besucher waren gleichwohl begeistert.

Walter Ernst
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Behindertenlager am Schwarzsee
11 Bilder
Beim Hockeyspielen
Die gesamte Gruppe
Bogenschiessen
Kantonsratspräsidentin Susanne Schaffner als Curlerin.
Das siegreiche Curling-Quintett mit der Weltmeisterin Carmen Küng als Skip (rechts).

Behindertenlager am Schwarzsee

Walter Ernst

«Sägemehlspur»: Irrtum? Keineswegs: Vor den Hausungen des zum 22. Male mit Leidenschaft und Fachkompetenz durch Bruno Huber und seine Crew organisierten Anderen Lagers direkt am Schwarzsee wurde die Arena für das traditionelle Schwing- und Älplerfest vom Sonntag aufgebaut. Doch was solls? Die Idylle im oberen Sensebezirk wurde erneut zur Solidaritätswoche der Generationen, ob behindert oder nicht behindert.

Blau statt schwarz ...

22 Jahre einer Institution heissen Tradition, Nachhaltigkeit und Leidenschaft, und trotzdem wird das Andere Lager seinem Ruf gerecht, dass jede Durchführung, ausser dem legendären Lagergeist im Erscheinungsbild, ein Rollentausch ist. In diesem Sinne präsentierte sich am Gästetag vom vergangenen Donnerstag der Schwarzsee erneut in strahlendem Blau.

Für die Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wird der Abstecher in die weitgehend nochintakte Landschaft des Freiburger Sensebezirks zum Highlight im Alltag. Bruno Huber bedeutete es deshalb eine besondere Ehre, die Gästeschar, angeführt von Kantonsratspräsidentin Susanne Schaffner, an der Sprachgrenze willkommen zu heissen.

«Beeindruckt vom Lager»

Die höchste Solothurnerin, Susanne Schaffner, betrat am Schwarzsee Neuland. Sie zeigte sich zutiefest beeindruckt von der faszinierenden familiären Stimmung und würdigte die Arbeit der Führungskräfte. «Eine Institution, die in dieser Art nicht mehr wegzudenken ist und mit ungebrochenem Engagement weitergeführt werden muss», so Schaffner wörtlich, die sich wünscht, dass das Andere Lager weiterhin durch die Politik, die Schulen und die Gemeinden – sprich die Basis unserer Gesellschaft – unterstützt wird.

Jürg Schibler, Leiter des Sportamtes des Kantons Solothurn, würdigte das Engagement von Bruno Huber, den er als Perfektionisten bezeichnete und der auf seine Errungenschaft stolz sein dürfe. «Das Sportamt unterstützt das Andere Lager, weil es gut investiertes Geld ist», sagte Jürg Schibler.Immer etwas Neues, wer rastet, der rostet, heisst auch im Anderen Lager die Devise. Das vielfältige Angebot wurde durch Curling sowie eine Kletterwand erweitert und siehe da: Mit Carmen Küng aus Feldbrunnen konnte gar eine aktuelle Curling-Weltmeisterin an die Rinks verpflichtet werden, was eine Bereicherung für das Spektakel war.

Beim Rundgang, wo sich die Lagerteilnehmerinnen und -teilnehmer – professionell betreut – zu Wasser und zu Land bei Spiel, Bewegung und Spass in Bestform präsentierten, wurden bei der Besucherdelegation die letzten Zweifel aus der Welt geschafft, dass das Andere Lager immer von neuem fasziniert. Der Kiwanis-Gönnerverein (K-100) überreichte durch seine anwesende Delegation Bruno Huber einen Check von 9000 Franken. Erfreut zeigte sich der «Chef» übrigens auch über die Präsenz von Christine Davaz, Official Delegate des Schweizerischen Gewerbeverbandes Swiss Skills.

«Freue mich auf Wiedersehen»

Unter die 135 Lager-Teilnehmerinnen und -teilnehmern mischten sich neben der 8. Sekundarklasse aus Zuchwil auch die Sek B der Kreisschule Thal sowie die Heilpädagogische Sonderschule Balsthal. Die Stimmen aus dem Lager waren erwartungsgemäss euphorisch: Die 17-jährige behinderte Hamide Amiti aus Oensingen reihte sich bereits zum vierten Mal ins Lagerleben ein, ohne das strahlende Gesicht zu verlieren. «Einfach super», so ihr Tenor, wobei ihr Herz für das Tanzen schwärmte.

Für den ein Jahr jüngeren Sadat Ajeti war es eine absolute Premiere, die alle seine Erwartungen erfüllte. Beeindruckend für den sympathischen Jungen ist das Zusammenleben von Behinderten und Nichtbehinderten. «Ich freue mich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.»Mit dieser zutreffenden Bemerkung war der Sprössling gewiss nicht allein.

Mit dem Motto: «Weisch no» und einem kräftigen «uf Wiederluege 2014 wieder am Strahlensee und nicht mit einem Adieu» endete der Gästetag für alle mit einer Lebensbereicherung.

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