Olten
Bei der Usego steht die einträglichste Radaranlage des Kantons

Direkt vor dem Sitz der Kantonspolizei in Olten tappten im September über 900 Lenker in die Radarfalle. Das sind viermal mehr als noch in den ersten Monaten dieses Jahres.

Christian von Arx
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Besser aufpassen! Vor dem Sitz der Kantonspolizei in der alten «Usego» an der Solothurnerstrasse in Olten hat sich die Zahl der Temposünder seit Inbetriebnahme der ERO Ende April verdreifacht.

Besser aufpassen! Vor dem Sitz der Kantonspolizei in der alten «Usego» an der Solothurnerstrasse in Olten hat sich die Zahl der Temposünder seit Inbetriebnahme der ERO Ende April verdreifacht.

HR.Aeschbacher

Was ist nur los mit den Autofahrern in Olten? Wurden beim Schützi-Parkplatz gratis Bleifüsse verteilt, oder ist der IQ hinter dem Steuer rasant am Schwinden? Volle 912 Mal sind im vergangenen September Autos und Motorräder in die Radarfalle bei der Lichtsignalanlage Usego in Olten gerasselt – im Durchschnitt mehr als 30 Mal pro Tag.

Damit ist «Olten Usego» erstmals die einträglichste unter den sieben fix installierten Radarmessanlagen im Kanton Solothurn, noch vor der Anlage Bürenstrasse Solothurn, die sonst immer mit grossem Abstand einsam an der Spitze stand. Zusätzlich missachteten im September bei der Usego 34 Fahrzeuge das Rotlicht.

Steiler Anstieg im laufenden Jahr

Vor allem sind die 912 «Blitzer» im Monat September aber ein einsamer Rekord seit der Inbetriebnahme des Blechpolizisten bei der Usego im Juli 2007. Auffällig ist der konstante und steile Anstieg der Geschwindigkeitsübertretungen im ganzen Jahr 2013, wie er sich den monatlichen Statistikmeldungen der Kantonspolizei Solothurn entnehmen lässt (s. Kasten).

Lichtsignalanlage Olten Usego, Missachten der Geschwindigkeit:

Dezember 2012: 177

Januar: 223

Februar: 185

März: 272

April: 334

Mai: 475

Juni: 526

Juli: 651

August: 353

September: 912

Mehr Platz – mehr Tempo?

Dass die Zahl der Temposünder bei der Usego erstmals im April über das in den Vorjahren übliche Höchstniveau stieg und sich seither konstant weiter erhöht, lässt an einen Zusammenhang mit der ERO-Eröffnung am 24. April denken. Zwar passieren seit damals vermutlich ganz erheblich weniger Fahrzeuge die Radarmessanlage. Aber gerade dadurch – so lässt sich eine mögliche Erklärung kombinieren – wird es überhaupt wieder möglich, auf der Solothurnerstrasse zu schnell zu fahren. Vorher herrschte Dauerstau.

Trifft diese Spekulation zu, würde dies bedeuten, dass sich die Autofahrer jetzt durch die neue «Beinfreiheit» am westlichen Stadteingang von Olten dazu verführen lassen, auf der «alten» Hauptstrasse schneller als die erlaubten 50 km/h zu fahren. Indirekt wäre es aber auch ein Beweis, wie stark die ERO die alte Strasse entlastet. Wenn auch nicht gerade ein erwünschter ...

Solothurn an zweiter Stelle

Auf dem zweiten «Rang» der September-Statistik folgt die Radaranlage an der Bürenstrasse in der westlichen Vorstadt von Solothurn, wo 802 Fahrzeuge zu schnell unterwegs waren. In früheren Monaten waren es dort auch schon mal deutlich über 1000.

Im Vergleich dazu waren alle andern stationären Anlagen im Kanton schon beinahe vernachlässigbar: In Olten Postplatz zum Beispiel waren im September «nur» 86 Fahrzeuge zu schnell, in Winznau 55, in Olten Dampfhammer 54. Eine kuriose Bilanz meldet die Kantonspolizei von der Lichtsignalanlage Derendingen: Dort waren im ganzen Monat nur 4 Fahrzeuge zu schnell, hingegen wurde 29 Mal das Rotlicht missachtet ...