Revierjagd Solothurn
Auf die Jäger wartet noch viel Überzeugungsarbeit

Die Arbeiten am neuen kantonalen Jagdgesetz und der Luchs halten die Jäger der Revierjagd Solothurn auf Trab.

Roland Büttiker
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Die Jagd erfreut sich im Kanton einer wachsenden Beliebtheit: 26 neue Jägerinnen und Jäger legten im letzten Jahr ihre Prüfung ab.

Die Jagd erfreut sich im Kanton einer wachsenden Beliebtheit: 26 neue Jägerinnen und Jäger legten im letzten Jahr ihre Prüfung ab.

Hanny Dorer

Nach 13 Jahren Vorstandsarbeit, davon die letzten 8 Jahre als Präsident, übergab Bruno Born (Aedermannsdorf) das Zepter an Kurt Altermatt (Solothurn).

An der Generalversammlung der Revierjagd Solothurn (RJSo) in Selzach nahmen 243 stimmberechtigte Jägerinnen und Jäger sowie zahlreichen Gäste teil, darunter Regierungsrätin Esther Gassler und Ständerat Roberto Zanetti.

Bruno Born (l.) übergibt das Präsidentenamt an Kurt Altermatt, früherer CEO der Solothurner Spitäler AG

Bruno Born (l.) übergibt das Präsidentenamt an Kurt Altermatt, früherer CEO der Solothurner Spitäler AG

Roland Büttiker

Die Vernehmlassung zum neuen Jagdgesetz beschäftigte den Vorstand an mehreren Sitzungen. Erfreulich war auch das grosse Interesse und Engagement der Jägerschaft. Noch viel Überzeugungsarbeit warte aber auf die Jäger, hiess es an der Versammlung. Sowohl aus nicht jagdlichen Verbänden, der Landwirtschaft und auch von politischer Seite seien «zum Teil sehr fragwürdige Eingaben gemacht worden».

Sogar Drohungen seien formuliert worden, sollte das Gesetz in vorliegender Form rechtskräftig werden. Noch ausstehend, aber für das neue Jagdgesetz relevant, sei das Gerichtsurteil, wer für Wildschäden aufkommen muss. In erster Instanz wurde die Klage der Jagdgesellschaft Lostorf nicht ganz unerwartet abgewiesen.

Regierungsrätin Esther Gassler hielt bezüglich Jagdgesetz fest, dass die Regierung klar der Ansicht sei, dass auf das Urteil des Bundesgerichts zu warten sei. Dies, um Rechtssicherheit zu haben und sich nicht mit einer Teilrevision befassen zu müssen. Somit werde das Gesetz wohl erst 2018 als Totalrevision in Kraft treten. Die Arbeiten an der Verordnung seien am Laufen. Diese werde in Zusammenarbeit mit den Jägern erarbeitet. Die Magistratin erklärte: «Es ist mir wichtig, dass dieses Gesetz am Ende eine breite und gute Anerkennung hat.»

Im letzten Jahr wurde durch verschiedene Berichte in den Medien auch die Öffentlichkeit auf den Luchs aufmerksam. Im Kanton Solothurn hat sich das Problem weiter akzentuiert. Die Luchsdichte von 1,5 Luchsen/ 100 km2 sei deutlich überschritten und aus der Sicht der Jäger sollten geeignete Schritte eingeleitet werden. Die Abschusszahlen würden zwar aufzeigen, dass sich, über den ganzen Kanton verteilt, die Rehbestände nicht verringert hätten, war zu vernehmen. In einzelnen Revieren sei der Bestand aber stark zusammengefallen, was zur Forderung führt «die richtigen Massnahmen punktuell einzuleiten».

Peter Zenklusen, Vizepräsident von JagdSchweiz führte dazu aus, dass «die hinsichtlich der Regulation von Luchsbeständen definierten Eingriffskriterien in Bezug auf die Schalenwildbestände zwingend abzuändern» seien. Und weiter: «Bei hohen Luchsdichten und leidenden Wildtierbeständen sollte eine Regulation möglich sein. Wie es, zum Beispiel, schon länger und auch erfolgreich beim Steinwild gemacht wird.»

«Für eine Regulation des Luchses fehlen momentan die gesetzlichen Grundlagen», hielt dazu Regierungsrätin Esther Gassler fest. «Zudem sollen zuerst die überzähligen Tiere eingefangen und in geeignete Gebiete übersiedelt werden.»

26 neue Jäger begrüsst

Ein Höhepunkt der Versammlung, untermalt mit Hörnerklängen der Bläsergruppe Wandfluh, war die Ernennung von Ruedi Gfeller (Langendorf), Toni von Arx (Wisen) und Bruno Born zu Ehrenmitgliedern. Ebenso wurden die 26 Jägerinnen und Jäger, die im Vorjahr ihre Prüfung erfolgreich abgelegt hatten im Kreis der Solothurner Jäger willkommen geheissen. «Ich bin sehr erfreut, dass die Jagd wieder im Trend ist. So viele Jungjägerinnen und Jungjäger durfte ich noch nie auf einmal begrüssen», zeigte sich der scheidende Präsident Bruno Born zufrieden.

Für Toni von Arx vom Hegering Olten-Gösgen-Gäu rutschte Christian Wüthrich (Olten) in den RJSo-Vorstand nach. Im Weiteren wurden die Delegierten Mirjam Jäger (Kommunikation), Dominik Strub (Rechtskonsulent) und Serge Allemann (Schiesswesen) verabschiedet. Sekretär Urs Liniger wurde mit Akklamation für eine weitere Periode gewählt.

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