Kanton Solothurn
Arbeitslosigkeit sinkt auf ein 8-Monate-Tief

Im Juni wurden, im Vergleich zum Vormonat, weniger Personen als arbeitslos verzeichnet. Die höchste Arbeitslosenquote im Kanton weist Grenchen auf.

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Im Juni ist die Arbeitslosenquote im Kanton Solothurn um 0,2 Prozent gesunken.

Im Juni ist die Arbeitslosenquote im Kanton Solothurn um 0,2 Prozent gesunken.

KEYSTONE

Exakt 4013 Männer und Frauen waren Ende Juni bei den Solothurner RAV als arbeitslos registriert. Das waren 176 Betroffene weniger als im Vormonat, wie das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) gestern mitteilte. Die Quote verringerte sich von 2,9 auf 2,7 Prozent. Damit wurde der tiefste Stand seit Oktober 2015 erreicht. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit aber um fast 12 Prozent gestiegen. Darin widerspiegelt sich die schwierige konjunkturelle Entwicklung seit der Aufhebung des Euro-Minderstkurses. Aktuell liegt die Arbeitslosenrate immer noch deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt von
3,1 Prozent.

Der Rückgang sei weiterhin zum grossen Teil saisonal bedingt, erläutert AWA-Chef Jonas Motschi. Spürbar sei dies im Bauhaupt- und Baunebengewerbe, im Gartenbau sowie im Gastgewerbe. «Aber auch konjunkturelle Gründe haben zur Besserung auf dem Arbeitsmarkt beigetragen.» Vorab in der Präzisionsindustrie, mit Ausnahme der Uhrenbranche, seien höhere Aufträge zu verzeichnen.

Senken der Kosten bleibt Trumpf

Entwarnung sei aber noch nicht angesagt. Denn die meisten Unternehmen würden angesichts des Margendruckes weiterhin versuchen, mit Effizienzmassnahmen die Kosten zu senken. Und das mit einem unveränderten Personalbestand. Insgesamt rechnet Motschi für das laufende Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von gegen 3 Prozent. Diese lag im Vorjahr bei 2,6 Prozent. Derweil zeigt ein Vergleich der jetzigen Arbeitslosenquote mit jener im Januar 2015, dem Monat mit dem Frankenschock, dass sich die Solothurner Wirtschaft relativ gut schlägt. Damals lag die Quote bei 2,6 Prozent. Aktuell sind «nur» 235 Menschen mehr ohne Arbeit als damals offiziell registriert.

Neue Berechnung

Gleichzeitig gab das AWA bekannt, dass das Staatssekretariat für Wirtschaft die neuesten Berechnungen der Arbeitslosenquote erstmals auf eine neue Datenbasis gestellt habe. Als Basis dient nicht mehr die Erwerbspersonenzahl aus dem Jahr 2010, sondern der höhere Durchschnitt der Erwerbsbevölkerung in den Jahren 2012 bis 2014. Dies vermittle ein genaueres Bild der Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Das neue System gilt rückwirkend ab Januar 2014, deshalb sind die aktuellen Zahlen mit den Vordaten vergleichbar. Basierend auf der alten Basis läge die Quote bei 2,8 Prozent. An den absoluten Arbeitslosenzahlen ändert sich nichts.