Pandemie
500 Impfungen pro Tag: Das Impfkonzept wird im Kanton geprüft

In Grenchen wird erfolgreich das Ernstfallszenario durchgespielt. 20 Zivilschützer, zwei Ärzte und drei medizinisch ausgebildete Personen übten am Freitag die Abläufe.

Morena Adimari
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Nicht länger als vier Minuten sollte der ganze Impfprozess im Ernstfall dauern.

Nicht länger als vier Minuten sollte der ganze Impfprozess im Ernstfall dauern.

Hanspeter Bärtschi

Ein Fünftel der Einwohner sollte im Falle einer schweren Pandemie innerhalb von zehn Tagen geimpft werden: Das wären in jedem der zwölf kantonalen Impfzentren 500 Impfungen pro Tag. Die Durchführung der Massenimpfungen ist Aufgabe der Kantone.

Eingespielte Übungsabläufe

Folglich überprüft der Kanton Solothurn das Impfkonzept: 20 Zivilschützer, zwei Ärzte und drei medizinisch ausgebildete Personen sind gestern in Grenchen zusammengekommen, um das Ernstfallszenario zu üben.

Wie Peter Huber, Ausbildungschef Zivilschutz, berichtet, sind bei der Pandemie-Übung im Parktheater Grenchen zwischen 11 und 15 Uhr 74 Personen registriert worden. So konnte ein maximaler Durchlass von 70 bis 80 Personen pro Stunde hochgerechnet werden; bei einem zehnstündigen Impftag wären dies mindestens 700 Impfungen pro Tag. Die Zielsetzung – 50 Impfungen pro Stunde und 500 pro Tag – wurde somit übertroffen.

Im Übungsimpfzentrum wird die zu impfende Person vom Zivilschutz in Empfang genommen, die Zivilschützer erfassen sogleich auch die Personalien, folglich muss ein Dokumentationsblatt ausgefüllt werden. Danach findet die medizinische Zulassung, durch ein ärztliches Impfgutachten, statt und anschliessend wird die Impfung in einer der fünf vorbereiteten Kojen verabreicht: Im Idealfall dauert der Durchlauf lediglich vier Minuten.

Voraussetzung: Zusammenarbeit

Im Ernstfall würde der Entscheid, eine Massenimpfung durchzuführen, vom Bundesamt für Gesundheit gefällt. Wie Kantonsarzt Christian Lanz erklärt, erfolgt ein solcher Beschluss nach dem sogenannten Subsidiaritätsprinzip: Erst wenn die lokalen Arztpraxen und Spitäler überfordert sind, kommt es zur Installation von Massenimpfzentren.

Die Einrichtung solcher Zentren und die Durchführung der Impfungen sollten gemäss Kantonsarzt im Ernstfall gut zu bewältigen sein, was hingegen schwieriger erscheint, sei die Einhaltung des korrekten Zeitpunktes: Es wäre nicht überaus vorteilhaft, erst während der Epidemie zu impfen.

Die Einrichtung solcher Zentren setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen Zivilschutz und kantonsärztlichem Dienst voraus. Der Zivilschutz müsste in den jeweiligen Regionen zwölf Pandemie-Impfzentren einrichten und die Zentren nach Anweisungen des Kantonarztes betreiben.

Wie Peter Huber erklärt, sollten die organisatorischen Voraussetzung seitens Zivilschutz vorhanden sein: Während der Zivilschutzausbildung wird geübt, wie Anmeldungs- und Sammelpunkte aufgebaut und geleitet werden. Diego Ochsner, Chef des Amtes für Militär und Bevölkerungsschutz, zeigt sich optimistisch: «Diese Übung hinterlässt einen guten Eindruck. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Teilnehmer funktioniert reibungslos.»

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