Grenchner Wohntage

Waren das die zweitletzten Grenchner Wohntage?

An einer Fachtagung im Parktheater anlässlich der 24. Grenchner Wohntage wurde über das Wohnungsangebot in der Schweiz diskutiert. Nächstes Jahr wird es noch einmal Wohntage geben. Wie es danach weitergeht, ist offen.

Die Fachtagung der 24. Grenchner Wohntage war dem Thema «Wohnen im Bestandesbauten: Herausforderungen und Perspektiven für die Zukunft» gewidmet. Rund 200 Fachleute aus der ganzen Schweiz versammelten sich im Parktheater zu Vorträgen und Diskussionen.
Insgesamt zehn Fachreferate und zwei Podiumsdiskussionen standen auf dem Programm. Sie reichten von einer Bestandesaufnahme der Wohnungen in der Schweiz über das Verhalten der Generation 50+ hinsichtlich ihres Wohneigentums bis zu Inputs aus der Praxis der Immobilienwirtschaft, bzw. dem Spannungsfeld zwischen öffentlichen und privaten Interessen.

In der Schweiz stehen rund 1,7 Millionen Wohngebäude mit total 4,5 Mio. Wohnungen. 64 Prozent davon sind Einfamilienhäuser bzw. Gebäude mit nur einer Wohneinheit. 95 Prozent der Schweizer Wohngebäude verfügen über weniger als fünf Geschosse. 59 Prozent des Bestandes sind Mietwohnungen.

Die Hälfte der Häuserist über 50 Jahre alt

Die Hälfte aller Gebäude in der Schweiz ist 50 Jahre alt und älter. Soweit der Befund beim Bundesamt für Statistik. Den präsentierten Zahlen ist auch zu entnehmen, dass der Kanton Solothurn die vierthöchste Quote an Einfamilienhäusern der Schweiz aufweist.
Die Forscher haben ferner festgestellt, dass der überwiegende Teil der Schweizer Bevölkerung sehr zufrieden oder zufrieden ist mit ihrer Wohnsituation. Das gelte, wenn auch in geringerem Ausmass, ebenso für die Mieter.

Dass da die meisten älteren Wohneigentümer an ihren Liegenschaften (oft Einfamilienhäusern) festhalten möchten, solange «es geht» erstaunt in diesem Lichte nicht. Die vom neuen Raumplanungsgesetz angestrebte Verdichtung dürfte so nur ganz langsam in Fahrt kommen. Auch in Städten werden heute primär Baulücken aufgefüllt und noch kaum Gebäude abgerissen, so ein weiterer Befund an der Tagung

Ideen für Transformationen sind dabei bei den Architekten und Stadtplanern durchaus vorhanden, wie weitere Inputs zeigten. Ein Team junger Architekten aus Genf liess sich hinsichtlich der Bedürfnisse für urbanes Wohnen sogar von der Hausbesetzer-Szene (Squatter) inspirieren.

Noch einmal Wohntage im 2020

Die 24. Grenchner Wohntage werden noch nicht die letzten gewesen sein, wie aus dem Umfeld des durchführenden Bundesamtes für Wohnungswesen zu erfahren war. Eine 25. Ausgabe soll zumindest noch stattfinden. Laut einem Bundesratsbeschluss soll das Bundesamt für Wohnungswesen bis 2021 nach Bern umziehen.

Die letzten Wohntage waren es aber definitiv für BWO-Direktor Ernst Hauri, der Ende Jahr in Pension geht. Hauri konnte im Parktheater noch seinen Nachfolger (zumindest auf dem Foto) vorstellen, der vom Bundesrat am Mittwoch gewählt wurde: Martin Tschirren tritt das Amt am 16. März 2020 an. Tschirren ist heute Vizedirektor des Schweizerischen Städteverbandes.

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