Rüti
Von Plus und Minus für ein Windkraftwerk Grenchenberg

SWG-Geschäftsführer Per Just und Kantonsrat Peter Brotschi stellten in ihren Vorträgen in Rüti Pro und Kontra für Windanlagen auf dem Grenchenberg gegenüber.

Nadine Schmid
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Pro: Per Just, Geschäftsleiter der SWG; kontra: Peter Brotschi, Kantonsrat, Lehrer und Journalist.

Pro: Per Just, Geschäftsleiter der SWG; kontra: Peter Brotschi, Kantonsrat, Lehrer und Journalist.

Nadine Schmid

Bei der Mitgliederversammlung der Repla Grenchen-Büren widmete man sich nach den vorangegangenen Traktanden durch zwei Vorträge den 6 Windkraftanlagen auf dem Grenchenberg. 2015 sollen sie bei der Tiefenmatt und nahe dem Skilift errichtet werden.

Der Grenchenberg ist wegen der hohen Windgeschwindigkeit von 6,5m/s bis 7,5m/s eines der Gebiete, die für die Windkrafterzeugung im Kanton infrage kommen. Ab 2016 sollen laut Per Just die 165 Meter hohen Windräder in Betrieb genommen werden und zwei Drittel der Grenchner Haushalte mit Strom versorgen. Damit würde der Stromhaushalt im Kanton neu mit 47% nichterneuerbarer Energie (statt mit gegenwärtigen 65%), 35% Wasserkraft und 18% Windkraft geregelt. Die Windkraft ist laut dem SWG-Direktor vorteilhaft, da sie umweltfreundlich sowie erneuerbar ist und den Strom vor der eigenen Haustür erzeugt.

Doch auch die negativen Seiten zeigt er auf: «Für den Bau müssen die Bergstrasse verbreitert und die Stützmauer verstärkt werden, was zu einer temporalen Ausholzung führt, auch wird der Lebensraum der Tiere beeinträchtigt.» Doch letzteres Problem sieht er als gelöst: «Der Kanton will dafür andere Gebiete auf dem Grenchenberg für die Tiere aufwerten und deren Sicherheit während des Baus ist gewährleistet.» Die Arbeiten werden nach Just ausserhalb der Brutzeiten und der Vogelzüge gelegt. Abgeklärt wurden auch bereits weitere Kritikpunkte, worunter auch derjenige des Lärmpegels der Windräder gehört.

«Für erneuerbare Energien»

Peter Brotschi baute im Anschluss sein Referat auf dem Naturaspekt auf: Mit Bildern zeigte er das zersiedelte Mittelland und die unberührte Juralandschaft. Diese will er erhalten, da sie eine der letzten unberührten Landschaften der Schweiz ist. Ein weiteres Kriterium stellt für das Kantonsratsmitglied die Sichtbarkeit der Windräder dar, die im ganzen Mittelland bei Tag und Nacht zu sehen sind: Wegen der Flugstrecke Basel-Mulhouse müsste nämlich für Beleuchtung gesorgt werden.

Brotschi ist aber nicht gegen Windkraft: «Wir müssen uns für die erneuerbaren Energien einsetzen, doch auf dem Jura sind die Opfer zu gross.» Dabei spricht er auch das ungeklärte Verhalten der Tiere auf die Anlagen an. Für ihn sind die Auswirkungen auf die Lebensräume der Tiere noch zu wenig untersucht worden. Als Vergleich zur Windkraft nennt er das Flusswasserkraftwerk im Flumenthal, das mehr Strom produzieren würde als 40 Windräder. Einen Gegenvorschlag hat er aber nicht.

Am Ende des Vortrags bat er darum, das Projekt breit zu diskutieren, sodass auch die Bevölkerung der Region genau Bescheid weiss. Im Anschluss auf die Referate folgte eine angeregte Diskussion im Plenum.

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