Grenchen
TV Grenchen klärt nach Sponsoring-Stopp der SWG: «Elias Meier ist gar nicht Präsident»

Nachdem die SWG die Sponsoringaktivitäten eingestellt hat, will die Geschäftsleitung des Turnvereins Grenchen ein klärendes Gespräch mit der SWG führen.

Oliver Menge
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Der Turnverein scheint sich sicher zu sein, die Streitigkeiten beilegen zu können.

Der Turnverein scheint sich sicher zu sein, die Streitigkeiten beilegen zu können.

Oliver Menge

Andy Vogt, Geschäftsführer des Turnvereins Grenchen TVG, nimmt in einer Medienmitteilung Stellung zur sofortigen Einstellung des Sponsorings durch die SWG. Kernaussage der Mitteilung ist: Elias Meier, dessen wiederholte Angriffe gegen die SWG und deren Mitarbeitende, namentlich Geschäftsführer Per Just, Auslöser für den Eklat waren, sei gar nicht Präsident des TVG. Er sei lediglich Vorsitzender der Geschäftsleitung: «Im Artikel wird Elias Meier, TVG-Mitglied und Mitglied der TVG-Geschäftsleitung, mehrfach als Präsident bezeichnet. Das stimmt nicht. Elias Meier ist nicht als Präsident gewählt, sondern als eines von vier Mitgliedern der Geschäftsleitung (Vorsitz).»

Andy Vogt, Geschäftsführer TVG.

Andy Vogt, Geschäftsführer TVG.

zvg

Der Turnverein Grenchen habe auch der SWG mitgeteilt, dass Elias Meier nicht Präsident des TVG sei und damit keine repräsentative Aufgabe innehabe, schreibt Vogt weiter. Meier führe sein Amt im TVG – Leichtathletik und Geschäftsleitung – ehrenamtlich und ohne Entschädigung aus. Der Turnverein könne ihm daher keine Vorschriften für seine beruflichen und privaten Tätigkeiten machen.

Weiter schreibt Vogt: «Die Geschäftsleitung hat der SWG ein klärendes Gespräch angeboten. Es ist uns ein Anliegen, dass die SWG als städtisches Unternehmen – gleich wie der Gemeinderat – hinter dem TVG stehen und den ältesten Verein der Stadt unterstützen. Eine gute, faire Kommunikation mit der SWG ist uns wichtig.»

TVG hofft weiter auf Sponsoring

Der Turnverein scheint sich sicher zu sein, die Streitigkeiten beilegen zu können. Denn im gleichen Schreiben kündigt man eine weitere Sponsoringkampagne für den Neubau des TVG-Sportstadions an. Im letzten Abschnitt der Medienmittelung heisst es: «Der TVG würde sich über einen namhaften Beitrag der SWG freuen, welche damit auch interessante Werbeflächen für ihr Unternehmen zur Verfügung gestellt erhält.»

«Reine Begriffsklauberei»

Per Just, Geschäftsführer der SWG, bestätigt auf Anfrage, dass er per Mail ein sehr nettes und professionelles Schreiben des TVG in der Sache erhalten habe. Das gewünschte Gespräch werde sicherlich im Laufe dieses Monats stattfinden können. Just betont aber auch, dass die Erklärung des TVGs zur Funktion Meiers nichts an den Tatsachen und am Entscheid, das Sponsoring einzustellen, ändere. «Das Organigramm des TVG lässt keine Zweifel offen: Oberste Instanz ist die Generalversammlung, als wichtigste Einzelperson an zweiter Stelle wird Elias Meier als Vorsitzender der Geschäftsleitung genannt. Ob man die Person an dieser Stelle nun ‹Präsident› oder ‹Vorsitzender der Geschäftsleitung› bezeichnet, ist reine Begriffsklauberei.»

Elias Meier äussert sich zu den Vorwürfen

Elias Meier bezog schriftlich Stellung zum Artikel und verlangte dabei einige Korrekturen. So hat es im Untertitel geheissen: «Öffentliches Verbreiten von Falschaussagen und Verleumdungen durch Elias Meier». Dieser Satz sei als Tatsache präsentiert worden. Die Kennzeichnung, dass es sich um ein Zitat handle, habe gefehlt. Weiter bemängelt Meier ebenfalls die fehlerhafte Bezeichnung «Präsident» (siehe Haupttext).

Gleichzeitig bezieht Meier auch Stellung zu den Vorwürfen, die Just ihm gegenüber erhoben hatte und schliesslich in der Kündigung des Sponsoring-Verhältnisses mündete. Zwei Punkte kritisiert Meier konkret: Zum einen den Satz «Auch andere Mitarbeitende der SWG prangerte Meier namentlich an…»: «Der Verein ProGrenchen hat im Jahr 2016 Flyer verteilt und darauf vor gesundheitlichen Risiken und Problemen mit dem Datenschutz bei den von den SWG verbauten intelligenten Zählern gewarnt. Auf dem Flyer waren die Auskunftspersonen der SWG sachdienlich als Kontaktadresse angegeben, ohne persönliche Unterstellungen. Der Flyer stammte vom Verein ProGrenchen und enthielt keine persönliche Kritik gegenüber Mitarbeitern der SWG.

Die Aktion hat nichts mit dem TVG zu tun, sondern war eine Aktion eines anderen Vereins.» Meier war zu der Zeit Präsident von ProGrenchen.

Und zweitens sei die Aussage, er habe Just vorgeworfen, er würde «mit eigenen Firmen Geschäfte am Rande der Legalität tätigen», nicht korrekt, sondern eine Interpretation: «Elias Meier hat kritisch infrage gestellt, ob der Öffentlichkeit bewusst sei, dass Personen, welche mit öffentlichen Liegenschaften handeln (SWG-Liegenschaften), auch privat mit Liegenschaften handeln.» Er habe in besagtem Facebook-Post geschrieben, dass der SWG-Direktor gemäss Handelsregister eine Immobilienfirma betreibe, dass er dies persönlich heikel finde und Interessenkonflikte möglich seien.

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