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Turnverein Grenchen: Leichtathleten wollen endlich durchstarten

«Sehr guter, aber sehr wenig Nachwuchs.» Mit diesen Worten lässt sich die nicht ganz einfache Situation, in der die Leichtathleten des Turnvereins derzeit stecken, zusammenfassen. Dies obwohl Einzelathlet Elias Meier in Topform ist.

Patrick Furrer
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Abteilungsleiter Theo Schild (hinten, 2.v.r.) hat ein Auge auf die Lauftechnik seiner Schützlinge – rund ein Dutzend sind es an der Zahl.

Abteilungsleiter Theo Schild (hinten, 2.v.r.) hat ein Auge auf die Lauftechnik seiner Schützlinge – rund ein Dutzend sind es an der Zahl.

Patrick Furrer

Zwar erkämpfte das ehrgeizige Nachwuchstalent Elias Meier an den kantonalen Einkampfmeisterschaften einen kompletten Medaillensatz und gilt klar als einer der allerbesten Athleten im Kanton - dennoch kommt die Abteilung einfach nicht so recht aus den Startlöchern, seit sie 2007 nach einer längeren Pause neu lanciert wurde.

Rund ein Dutzend Athletinnen und Athleten zwischen neun und achtzehn Jahren zählt die Abteilung aktuell. Eine kleine Zahl, andere Abteilungen in anderen Gemeinden zählen zum Teil 60 oder mehr Mitglieder. Und nur wenige Athleten in Grenchen sind engagiert genug, um auch an Wettkämpfen teilzunehmen.

Theodor Schild aus Grenchen und Peter Rüfli aus Lengnau leiten die Abteilung gemeinsam. Schild fährt als Betreuer viele Kilometer an Wettkämpfe - meistens alleine mit Elias Meier, dem momentanen Topathleten. Die Gruppe ist klein, die Dynamik und das gegenseitige Anspornen fehlen. «Wichtig wäre», sagt Peter Rüfli, «dass wir wieder einige neue, junge Athleten bekämen, womit wir eine gesunde Basis bilden können. Denn darauf könnten wir aufbauen.»

Trainings und Ehrgeiz fehlen

Obwohl Schild ein erfolgreicher ehemaliger Leichtahtlet und Peter Rüfli ein erfahrener und ausgebildeter Trainer sind, läuft momentan zu wenig. Wegen der tiefen Mitgliederzahl wird nur einmal pro Woche gemeinsam trainiert. Die Katze beisst sich in den Schwanz - durch die wenigen Trainings folgen kaum Leistungen.

«Nur, wer selbstständig ist und auch nebenbei noch trainiert, hat so Chancen», erklärt Theo Schild. «Aber dann ist es sehr gut möglich, auch hier Erfolg zu haben.» Es gab Zeiten, da wurde mehrmals die Woche trainiert. Grosse Erfolge feierte die Leichtathletikabteilung Grenchen in den 50er- und 60er-Jahren. Auch 2007 - nach dem Restart - zählte die Abteilung wieder erfreuliche 20 Mitglieder.

Profitieren könnten junge Turner durchaus. Theodor Schild ist ein erfolgreicher Turner, bis heute amtierender 10-Kampf-Rekordhalter im Kanton. «Pesche» Rüfli ist ebenfalls erfolgreicher Athlet und ausserdem erfahrener Instruktor, der in der Region und beim Bundesamt für Sport in Magglingen viele Talente trainiert und betreut.

Was Schild und Rüfli trotz Nachwuchsbedarf nicht möchten, sind Athleten, die nur den Plausch suchen und es nicht ernst meinen. «Beim Kugelstossen macht es auch keinen Spass, wenn einem die Kugel auf den Fuss fällt», erklärt Schild, «die Kugel soll fliegen und die Leistung Freude machen.» Klar, zuvorderst stehe der Fun am Sport, aber der werde durch Fleiss, Leistung und Erfolg nur noch grösser. «Deshalb suchen wir Athletinnen und Athleten, die nicht nur profitieren, sondern auch etwas leisten wollen.»

Stadion als Stütze

Die Leichtathletikabteilung zu stärken, ist kein einfaches Ding. Eine Chance könnte die Sanierung des TVG-Stadions sein, welche derzeit in Planung ist (wir berichteten). Die Beläge beispielsweise sind heute am Ende ihrer Lebensdauer, die Aschenbahn hat den Namen nur noch bedingt verdient. «Momentan haben wir nicht sehr viel zu bieten», gibt Theodor Schild zu, «ein neues Stadion würde uns und dem Verein sehr helfen.» Bessere Trainingsmöglichkeiten könnten neue Athleten anlocken - wobei ein veraltetes Stadion eher vom Vereinsbeitritt abschreckt.

Nun wünschen sich Theodor Schild und Peter Rüfli, dass das Stadion in absehbarer Zeit endlich realisiert wird - und sich auch die jungen Athletinnen und Athleten aus der Region wieder mehr interessieren. Die Projektierungsarbeiten für das Stadion sollen im Herbst 2012 abgeschlossen werden. Theodor Schild hofft, dass es dann bald heisst: «Sehr guter, und sehr viel Nachwuchs.»