Grenchen
Planer über Unterstand beim Schulhaus Kastels : «Eine schlechte Kopie»

Beim Schulhaus Kastels in Grenchen wurden zwei Fahrzeuge wegen Wasser oder Schnee unter einem Unterstand begraben. Ein weiterer wurde vorsorglich gesperrt. Nicht nötig, findet der Planer.

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Die mobile Einsatzzentrale des Zivilschutzes wurde unter dem Flachdach des Unterstandes zerquetscht. zvg

Die mobile Einsatzzentrale des Zivilschutzes wurde unter dem Flachdach des Unterstandes zerquetscht. zvg

Kurz vor Weihnachten wurden auf dem Parkplatz beim Schulhaus Kastels zwei Fahrzeuge unter einem zusammengestürzten Unterstand begraben - darunter die mobile Einsatzzentrale des Zivilschutzes (wir berichteten).

Nicht klar war, warum das Dach der Last durch Schnee und Regen nicht standgehalten hatte. Hat sich die Baudirektion verplant? Haben die Zivilschützer beim Aufbau versagt? Ist der Lieferant schuld? Fragen, die gemäss Christian Egli von der Baudirektion noch ungeklärt sind. Inzwischen streiten sich die Versicherungen darüber.

Zwei unterschiedliche Modelle

Ebenfalls Ende letzten Jahres wurde ein zweiter, älterer Unterstand vorsorglich gesperrt. Dieser steht direkt vor dem Schulhaus und unweit vom Parkplatz. Letzte Woche nun meldete sich der Konstrukteur dieses zweiten Unterstandes zu Wort. Er war durch eine Kundenanfrage auf den Streit aufmerksam geworden. Die beiden Unterstände ähneln sich zwar optisch, hätten sonst aber nichts gemein, sagt Marco Baumberger, Geschäftsführer der Holzbaufirma Baumberger Bau AG. «Der zweite Unterstand ist nur eine schlechte Kopie», weiss er.

«Seinen» Unterstand realisierte der Holzbauunternehmer aus Koppigen von der Planung bis zur Ausführung im Gesamtpaket. Der kaputte Unterstand wurde nach Planung der Bauverwaltung von den Zivilschützern und nur nach dem Vorbild aus dem Hause Baumberger ausgeführt. Teile und Verstrebungen lieferte ein Holzbauer aus Bettlach.

Weitere Verstrebungen

Marco Baumberger betont, dass seine Arbeiten «verheben», dass so etwas bei seinen Holzbauten nicht passieren könne. Dafür spricht, dass der Unterstand vor dem Schulhaus bis heute steht. Als zusätzliche Sicherheitsmassnahme wurden zwar nun weitere Verstrebungen montiert. Gemäss Egli aber eine reine Vorsorgemassnahme für die Schulkinder.

Warum der neue Unterstand vor Weihnachten zusammengestürzt ist, weiss aber auch Holzbauer Baumberger nicht. Seine Modelle hätten dem Schnee und Wasser standgehalten, sagt er. Wer geschlampt hat, bleibt also offen. Sicher ist nur, dass die Schulkinder sicher sind. (fup)

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