Grenchen
Picasso fasziniert auch in diesen Zeiten – Molekularkoch verbindet Kunst mit Kulinarik

Die Grafikschau des Kunsthauses mit Werken von Pablo Picasso findet Beachtung. Erstmals gibts auch ein Kunst-Diner.

André Weyermann
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Eines der Werke von Picasso aus der «Suite Vollard» im Kunsthaus Grenchen.

Eines der Werke von Picasso aus der «Suite Vollard» im Kunsthaus Grenchen.

zVg

So konzentriert haben wohl nur wenige Personen bisher Werke des Künstler-Genies Pablo Picasso gesehen. Im Grenchner Kunsthaus ist die «Suite Vollard» mit 100 Blättern integral zu sehen. Sie gehört zu den berühmtesten Grafik-Zyklen des 20.Jahrhunderts, komplette Sätze sind rar. Dank der guten Beziehungen des Kunsthauses kann die komplette Serie noch bis zum 31. Januar bestaunt werden. Ein privater Sammler aus Solothurn ermöglichte die Ausstellung. Das Kunsthaus Grenchen wird so wieder einmal seinem Ruf als Kompetenz-Zentrum insbesondere im druckgrafischen Bereich gerecht.

Claudine Metzger, die künstlerische Leiterin des Kunsthauses, zeigt sich mit dem Publikumszuspruch durchaus zufrieden: «Wir verzeichnen viele auswärtige Besuchende, besonders aus dem Kanton Bern und anderen Gebieten, in denen ein Museumsbesuch momentan nicht möglich ist.»

André Weyermann

Aber es sei auch so, dass wohl der eine oder andere Kunstaffine in der schwierigen Zeit auf einen Besuch der Ausstellung oder an einer der vielfältigen Veranstaltungen dazu verzichtet. Dabei ist das Sicherheitsdispositiv ausgeklügelt und bietet bestmöglichen Schutz.

Werke gewinnen an Tiefe und Aussagekraft

Noch einmal zu Picasso: Die Suite Vollard entstand zwischen 1930 und 1937. Der Künstler hatte da seine blaue und rosarote Periode bereits hinter sich und mit dem Kubismus die Kunst in neue Sphären gehoben. Er stand in der Blüte seines Schaffens, beschäftigte sich zu dieser Zeit vor allem mit Skulpturen und eben der Druckgrafik. Die 100 Werke sind chronologisch ausgestellt. Man kann also die Entwicklung nachverfolgen. Manch einer wird wohl ein bisschen staunen, dass auch das Genie «seine Anlaufzeit» brauchte. Wirken die ersten Radierungen noch zurückhaltend, beinahe zeichnerisch, entwickelt er seine Kunst stets. Die Werke gewinnen an Tiefe und Aussagekraft. Er widmet sich vor allem der klassischen Antike.

Aber auch sonst wurde im Kunsthaus munter gewirkt und wird noch gewirkt werden. Die Mitglieder des Kinder-Kunstklubs Druckknöpfe haben eine farbenfrohe Ausstellung inszeniert und online präsentiert.

Einen besonderen Leckerbissen verspricht der Samstag, 12. Dezember (10.30 –14 Uhr) unter dem Titel: «Rolf Caviezel meets Pablo Picasso– Kunst inspiriert Kulinarik»: Der Grenchner Molekularkoch reflektiert Werke aus der «Suite Vollard» in einem eigens für diesen Anlass kreierten Menü. Nach einer Führung durch die Ausstellung geniesset man in seinemfoodlab ein 4-Gang-Menü.

Ferner lockt ein offenes Druckatelier für Erwachsene und Kinder (13. Januar), digitale Angebote für junge Erwachsene und Jugendliche werden ab 12. Dezember angeboten, und Claudine Metzger führt noch zwei Mal durch die Ausstellungen von Picasso und dem Solothurner Yves Scherer.

Hinweis

Anmeldung für Kunst-Diner bis 6. Dezember 2020 an info@freestylecooking.ch. Die Kosten inkl. Führung, Menü und Getränke betragen 135 Franken pro Person. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt.

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