Grenchen

Gemeinderat befürwortet die Kunstrasenfelder beim Stadion

Stadion "Wembley" hinter dem Stadion Brühl, wo ein Kunstrasenplatz eingerichtet werden soll

Ja zu Kunstrasen

Stadion "Wembley" hinter dem Stadion Brühl, wo ein Kunstrasenplatz eingerichtet werden soll

Im Rahmen der Beratung des Budgets 2020 hat der Gemeinderat am Dienstag Abend einstimmig ja gesagt zu einem Kredit von 2,2 Millionen Franken für zwei Kunstrasenfelder. Das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung.

Der Gemeinderat hat am Dienstag das Budget 2020 behandelt. Es rechnet bei Ausgaben von gut 117 und Einnahmen von rund 118 Millionen Franken mit einem Einnahmenüberschuss von 446 000 Fr. Erneut ansteigen werden die Investitionen, auf netto 11,7 Mio. Fr., darunter ein Kunstrasenfeld beim Stadion für gut 2 Mio. Fr.Dieses wurde vom Gemeinderat zwar einstimmig zu Handen der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember durchgewunken, nicht jedoch ohne vorgängige ausführliche Diskussion und kritischen Bemerkungen.

Niemand wollte sich grundsätzlich gegen die beiden Kunstrasenfelder aussprechen, welche westlich des Brühlstadions auf einem 72 mal 185 Meter messenden Platz erstellt werden sollen, auf dem schon heute Fussball gespielt wird. Auch nicht Richard Aschberger (SVP), der aber ansonsten mit kritischen Fragen und Bemerkungen nicht zurückhielt. Namens der SVP verlangte er zunächst eine zweite Lesung. Es müssten einige Fragen beantwortet werden, so nach der Abschreibung der Investition und nach den Unterhalts- und Entsorgungskosten. Die Lebensdauer eines Kunstrasenfeldes betrage nämlich nur etwa 10 Jahre. Auch stelle sich die Frage nach der Eigenleistung der Fussballer, an der es schon beim 2011 an der Urne gescheiterten Projekt gefehlt habe. «Für ein Millionenprojekt ist diese Vorlage äusserst dünn», kritisierte Aschberger.

Es gebe in Grenchen noch 100 andere Vereine, welche von der Stadt nicht so gehätschelt würden, wie die Fussballer. Dies wurde auch von Marc Willemin (SVP) kritisiert. Reto Gasser (FDP) wandte ein, dass die Vorlage immerhin in der Bapluk behandelt worden sei. «Wäre sie wirklich so mangelhaft, wäre sie bereits dort zurückgewiesen worden.»Im übrigen gebe es durchaus andere Vereine, die von der Stadt grosszügig unterstützt würden; beispielsweise die Skifahrer - dies bei ungleich geringeren Nutzerzahlen.

Stadtpräsident François Scheidegger warnte in der Folge davor, Vereine gegeneinander auszuspielen. Er plädierte auch dafür, auf jegliche Eigenleistungsvereinbarung zu verzichten. «Der Boden und die Infrastruktur gehört der Stadt, wir wollen uns nicht binden, was wir damit tun». Die entsprechende Passage wurde aus der Vorlage gestrichen.

Positive Voten überwiegen klar

Insgesamt überwogen die Voten klar, welche das Projekt unterstützten. Remo Bill (SP), Leiter der Arbeitsgruppe Sportstättenzone, empfahl wärmstens ein ja. Zwei Vereine mit insgesamt 45 Mannschaften könnten so von allwettertauglichen Spielfeldern profitieren. Matthias Meier-Moreno (CVP) rief zudem die 650 Fussball-Junioren in Erinnerung. Deren Betreuung bezeichnete Daniel Hafner (SP) als «riesiges Integrationsprojekt.»

Auch in der FDP wurde das Projekt gemäss Konrad Schleiss kontrovers diskutiert. Man sehe aber, dass der Bedarf gegeben ist.

Dafür muss sich der FC Grenchen 15 jetzt in anderer Hinsicht gedulden. Im Rahmen der Budgetdiskussion ist FDP-Fraktionschef Robert Gerber aufgefallen, dass sogar ohne Kunstrasen für die Stadionsanierung 4,2 Mio. Fr. in verschiedenen Bereichen und Etappen ausgegeben werden. «Da alles die gleiche Anlage betrifft, bräuchte es dafür längst eine Volksabstimmung.» Sein Antrag, die Betonsanierung für 1,2 Mio. Fr. zurückzustellen und dafür ein Konzept für die Stadionsanierung zu erarbeiten, stiess auf einhellige Zustimmung. Denn laut Nicole Hirt (GLP) könnte man die Tribüne «eigentlich auch abreissen. Sie ist heute überflüssig.»

Der Rat nahm ferner auch den Finanzplan zur Kenntnis, welcher ab 2021 wieder mit Defiziten in Millionenhöhe und aufgrund der anstehenden Investitionen mit noch höheren Finanzierungsfehlbeträgen rechnet.

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