Grenchen
Das Publikum als Richter entscheidet in diesem Theaterstück, ob Leben gegen Leben abgewogen werden darf

In seinem Stück «Terror» stellt Ferdinand von Schirach die brisante Frage nach der im Grundgesetz garantierten Würde und der moralischen Verantwortung des Menschen: Darf Leben gegen Leben, gleich in welcher Zahl, aufgewogen werden?

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Die Terrasse des Parktheaters ist vor allem im Sommer ein schöner Treffpunkt. Oliver Menge

Die Terrasse des Parktheaters ist vor allem im Sommer ein schöner Treffpunkt. Oliver Menge

Oliver Menge

Mit «Terror» hat der vielfache Bestsellerautor Ferdinand von Schirach, dessen Werke inzwischen in über 35 Ländern gelesen werden, einen Bühnenbestseller geschrieben. Allein in Deutschland wurde das Stück bereits an 38 Theatern gespielt, aber auch in Österreich, der Schweiz, Dänemark, Slowenien, Ungarn und sogar in Israel und Venezuela hat der Theater-Thriller durchschlagenden Erfolg.

Von Schirachs Stück ist eine Gerichtsverhandlung. Auf der Anklagebank sitzt ein junger Kampfjetpilot der Bundeswehr. Entgegen der Befehle seiner Vorgesetzten und der in diesem Fall geltenden Rechtsbestimmungen hat er einen mit 164 Menschen besetzten Airbus abgeschossen, den Terroristen mit dem Ziel gekapert hatten, ihn in einem mit 70'000 Menschen bevölkertem Fussballstadion abstürzen zu lassen. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung legen anhand überzeugend formulierter Argumente und spannender Zeugenbefragungen dar, warum der Pilot schuldig bzw. nicht schuldig zu sprechen wäre.

Dann darf das Publikum wie bei einem Schöffengericht abstimmen: Entscheidet sich die Mehrheit für «schuldig», wird der Angeklagte des 164-fachen Mordes für schuldig befunden, einigt man sich aber auf «nicht schuldig», spielt das Ensemble die «Freispruch»-Variante.

In seinem Stück «Terror» stellt Ferdinand von Schirach die brisante Frage nach der im Grundgesetz garantierten Würde und der moralischen Verantwortung des Menschen: Darf Leben gegen Leben, gleich in welcher Zahl, aufgewogen werden?

«Terror» ist heute Dienstag um 20 Uhr im Parktheater zu sehen. (mgt)

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