Stadtbummel

Bäume und Baukrane: Es spriesst an allen Enden

Nach den Robinien kommen die Ginkgos. Nebst den Bauarbeiten in Grenchen wurden auch noch neu Bäume gepflanzt.

Nach den Robinien kommen die Ginkgos. Nebst den Bauarbeiten in Grenchen wurden auch noch neu Bäume gepflanzt.

In Grenchen wird überall gebaut. Nebst Gebäuden und Tunneln auf der Autobahn, werden auch wieder Bäume gepflanzt.

Wenn der Stadtbummler an einem schönen Herbsttag durch die Stadt flaniert, hat er den Eindruck, der seit mehr als fünf Jahren anhaltende Bauboom in Grenchen nehme einfach kein Ende. Beim Sunnepark, der zurzeit grössten Baustelle der Stadt, ist man ja einigermassen auf dem Laufenden. Aber wissen Sie, dass an der Bettlachstrasse zurzeit eine ganze Reihe von Einfamilienhäusern gebaut wird? Kein Witz. Einzeln und freistehend, nicht etwa Reihenhäuser. Das ziemlich nahe am Stadtzentrum und im Zeitalter der neuen Raumplanung, die ja auf Verdichtung setzen will.

Das verstehe, wer will. Zugegeben, das Grundstück ist schmal und wohl nicht einfach zu bebauen. Aber auf dem Nachbargrundstück ist eine verlassene und verfallende Fabrik. Da könnte man doch miteinander reden über ein gemeinsames, grösseres Projekt. Aber jeder schaut halt lieber für sich und jeder backt lieber seine Brötchen. Schade.

Im Stadtzentrum bleibt offenbar das Gerüst am Hotel Passage doch noch ein paar Wochen länger als von den Bauherren angekündigt. Wenn die Bauarbeiten nur nicht so lange dauern, wie an der Solothurnstrasse gegenüber dem Mc Donald’s. Das mondäne Haus der ehemaligen historischen Pferdewechselstation ist zwar jetzt schön geworden. Aber gedauert hat es. Und zur endgültigen Lobeshymne an den Bauherrn wollen wir erst ansetzen, wenn sich auch noch die Umgebung anschauen lässt.

Hier wünscht man sich ein Gerüst weg, dort sehnt man sich sehnlichst eines herbei . Und zwar seit Jahren. Das ehemalige «Tropical»-Gebäude ist in der Tat ein Schandfleck und war ein (buchstäblicher) Brennpunkt des Milieus. Jetzt wird ausgemistet, zumindest baulich. Mal sehen, was der (auch hier auswärtige) Besitzer daraus machen will. Immerhin wird jetzt offenbar mal geklotzt, nicht nur gekleckert.

Themenwechsel: Wundern sie Sich manchmal auch über die gewaltige Autobahnbaustelle vor dem Wititunnel? Wir sind jetzt Autofahrer, nicht mehr Bummler. Oder eben doch. Kürzlich kam ich mal aus dem Lüsslingentunnel und gefühlte fünf Kilometer vor dem bevorstehenden Spurwechsel nach der Ausfahrt Grenchen wurde 80 km/h signalisiert. 500 Meter davor dann 100 km/h und kurz darauf wieder 80 km/h und schliesslich 60 km/h. Irgendwer im Autobahnbüro spielt da offenbar gerne mit den Knöpfen der elektronischen Anzeigetafeln. Vielleicht war es aber auch nur ein Vorgeschmack auf das kommende definitive Temporegime nach dem Grün-Rutsch.

Apropos Grün. An der Solothurnstrasse im Stadtzentrum stehen jetzt mehr Bäume denn je. Jedenfalls mehr als vor der berüchtigten Baumfällaktion, die so hohe Wellen schlug: zwei Robinien weg, fünf Ginkgos neu gepflanzt. Und alle sind happy. Wer hätte das je gedacht?

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