Die heftigen Gewitter, die teilweise von Sturmböen begleitet waren, hielten Feuerwehr und Polizei letzte Nacht auf Trab. Auf der Alarmzentrale der Kantonspolizei Solothurn gingen über 40 Meldungen wegen umgestürzten Bäumen und abgedeckten Dächern. Dazu kamen 50 Meldungen wegen überfluteten Kellern.

Am stärksten betroffen vom Unwetter war das Gebiet rund um die Stadt Solothurn sowie vom Oensingen runter ins Niederamt, wie Bruno Gribi von der Kantonspolizei Solothurn gegenüber az ausführt. In diesen Regionen liefen Keller voll und die Strassen mussten von umgestürzten Bäumen befreit werden. Dagegen wurde der Westen des Kantons von Schäden verschont.

Wind bis zu 119 km/h schnell

Durch herunterfallende Äste/Bäume wurden mehrere Autos beschädigt. Schäden entstanden auch an zahlreichen Hausdächern, die dem starken Wind nicht standhalten konnten. Beeindruckendes Bildmaterial lieferte auch Mobilereporer Jurka Lucek aus Kienberg im Kanton Solothurn. Hier war der Hagelsturm so kräftig, dass er Scheiben einschlug.

Auf dem Flughafen Grenchen hat Meteonews Sturmgeschwindigkeiten von bis zu 119 km/h gemessen. Die Bahnlinie Langenthal-Solothurn war zwischen Bannwil BE und Niederbipp BE unterbrochen. Zudem mussten mehrere Strassen gesperrt werden. Meldungen über verletzte Personen sind bis anhin keine eingegangen. Eine beeindruckende Regenmenge kam beim AKW Gösgen zusammen. Innerhalb zehn Minuten wurden 8 Liter pro Quadratmeter registriert.

Bischofpalais in Solothurn betroffen

Besonders betroffen war der Garten des Bischofspalais in Solothurn, wo der Bischof von Basel, Felix Gmür residiert. Mehrere Tannen wurden geknickt und ein mächtige, über 100 Jahre alte Linde regelrecht aus dem Boden gedreht und entwurzelt. Am Palais selbst entstand kein Gebäudeschaden. Ein Glasdach der benachbarten Gärtnerei Waibel landete allerdings im Bischofsgarten, doch ein ebenfalls geknickter Baum vor der Gärtnerei traf nicht das Hauprgebäude, sondern ein abgestelltes Auto.

Das stürmische Wetter wird der Schweiz heute erhalten bleiben, wie Meteorologe Peter Wick von Meteonews sagt. Gegen Abend sind neue Gewitterzellen zu erwarten. (rsn/oba/san/ww)