USA
Eine Solothurner Honorarkonsulin in Philadelphia

Christine Pfister ist seit Dezember letzten Jahres mit einer ungewöhnlichen Tätigkeit beauftragt. Zu ihrem neuen Job als Honorarkonsulin in Philadelphia ist sie zufällig gekommen.

Fränzi Rütti-Saner
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Honorarkonsulin Christine Pfister in Solothurn.Hanspeter BÄrtschi

Honorarkonsulin Christine Pfister in Solothurn.Hanspeter BÄrtschi

Christine Pfister ist in Estavayer-le-Lac aufgewachsen und seit ihrer Jugend begeistert von Amerika. «Als junge Frau bereiste ich die meisten US-Staaten und liess mich dann anfangs der Neunzigerjahre mit meinem Mann Thomas, einem gebürtigen Stadt-Solothurner, in der «europäischsten» Stadt der USA nieder», erzählt sie, gerade zu Besuch in Solothurn.

Zu ihrem neuen Job als Honorarkonsulin ist sie zufällig gekommen, erzählt sie. In der Diplomatie sei sie ein Neuling. Bemerkenswert ist deshalb, wie sie zu ihrem neuen Amt gekommen ist – fast eine Karriere, die amerikanischer nicht sein könnte. «Mein Vorgänger, Franz Portmann, kannte mich und fragte an, ob ich Interesse an dieser Tätigkeit hätte. Er wollte altersbedingt aufhören und musste beim Schweizer Botschafter in Washington drei Kandidaten-Vorschläge hinterlegen.» Schliesslich seien es dann fünf Personen gewesen, die sich um das Amt bemüht hätten, erzählt Pfister, und sie wurde genommen.

Moderne Kunst

Christine Pfister kennt sich bisher vorwiegend auf dem Gebiet der modernen Kunst aus. Seit 1992 führt sie zusammen mit ihrem Mann Thomas die Galerie «Pentimenti» in Philadelphia. Sie habe auch schon Solothurner Künstler zu Gast gehabt, erinnert sie sich und nennt Franco Müller. «Zu meinen neuen Aufgaben gehört vorwiegend das Networking zwischen Schweizern, die in Pennsylvania leben und arbeiten und den Amerikanern, die Kontakte zur Schweiz pflegen. Ich werde auch Events organisieren, aber auch bei ganz alltäglichen Problemen, wie beispielsweise einem Passverlust, helfen.»

Ihr oberster Chef in der Schweiz ist bekanntlich neu Didier Burkhalter; in den USA ist es Botschafter François Barrer in Washington. Kontakt hält sie regelmässig mit dem Generalkonsulat in New York. «Es kann auch meine Aufgabe sein, die Sicht auf die Schweiz richtigzustellen», sagt Pfister, denn sie hat erfahren: «Leute, die wenig reisen, bringen unser Land immer noch nur mit Heidi und Kühen in Verbindung.» Generell sei aber das Renommee der Schweiz in den USA immer noch sehr gut, sagt Pfister. Sie freut sich, dass sich die Amerika-Sicht der Schweizer seit der Obama-Regierung stark verbessert hat. «Die Situation unter Bush war doch nicht immer einfach», sagt sie diplomatisch.

Mindestens einmal pro Jahr besucht Christine Pfister zusammen mit ihrer Familie die Schweiz. «Unsere Söhne sind während der Sommerferien bei den Grosseltern, und wir treffen uns dann in Solothurn. Natürlich besuche ich auch meine Familie in Estavayer-le-Lac. Im Winter steht Ski- und Snowboard auf dem Programm, und im Sommer sind Ausflüge in die Umgebung Trumpf.» Das erste Jahr als Honorarkonsulin sei ihr Bewährungsjahr, sagt Pfister. «Ich habe einige Vorgaben zu erfüllen. «Ich besuchte vorgängig einen zweitägigen Einführungskurs, zudem werde ich vom Generalkonsulat sehr gut betreut.»

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