Schweizer Filmpreis

Bundesrat Berset vergleicht sich mit Filmkomiker Louis de Funès

48. Solothurner Filmtage - «Nacht der Nominationen»

48. Solothurner Filmtage - «Nacht der Nominationen»

Hollywood, Bollywood und das nigerianische Nollywood sind laut Kulturminster Alain Berset keine Vorbilder für den Schweizer Film. Bei der Nacht der Nominationen lobte er idie Vielfalt und erheiterte das Publikum mit Anekdoten aus seinem Filmschaffen.

Bundesrat Alain Berset - ein Filmregisseur? Ja! Der Kulturminister erzählte in Solothurn vor versammelter Schweizer Filmwelt von den eigenen Gehversuchen. Sein Drehbuch ging so: Ein Mann liegt 65 Jahre in einem Eisblock, taut auf und lebt immer noch wie vor 65 Jahren. Die Enkelin hält er für die Mutter, er verliebt sich in die Frau seines Urenkls. Er bringt das Leben der Familie ziemlich durcheinander. Berset 16 Jahre alt, als er das «Remake von Irma la Douce» drehte. Die einzige Kopie liege sicher im Tresor. «Auch wenn ich inzwischen die gleiche Frisur wie Louis de Funès habe, lasse ich die Finger seither vom Filmschaffen», erklärte Berset. Das überlässt er heute lieber jenen, die es auch können. Und diese lobte der Kulturminister ausdrücklich.

Bundesrat Alain Berset an der Nacht der Nominationen

Bundesrat Alain Berset vergleicht sich mit Louis de Funès

Während die grossen Filmindustrien sofort mit bestimmten Rezepten, Codes und Normen in Verbindung gebracht werden könnten, sei in der Schweiz jeder Film einzigartig, sagte Berset am Mittwoch. Er werde einstehen für den Schweizer Film als "mutiges Kino eines kleinen Landes, das sich mit den Grossen misst".

Berset kam unter anderem auf zwei erfolgreiche Dokfilme des vergangenen Jahres zu sprechen, "More Than Honey" von Markus Imhoof und "Hiver nomade" von Manuel von Stürler. Mit Bienen und Schafen hätten diese beiden Filme bemerkenswerte Hauptdarsteller, betonte Berset: "Vielleicht passen sie nicht zum roten Teppich."

Impressionen von der Nacht der Nominationen 2013 im Konzertsaal Solothurn

Filmtage Solothurn: Impressionen von Nacht der Nominationen

Das sei womöglich eine Schweizer Eigenart und mache den Schweizer Film aus. Filmschaffende, die mit ihren Werken keinen Erfolg hätten, müssten sich mit folgender Gewissheit trösten, sagte der Bundesrat in seiner launigen Rede: "Mein Film ist ein Meisterwerk - bloss das Publikum war eine totale Fehlbesetzung."

Am Mittwochabend sollten in Solothurn die Nominationen für den Schweizer Filmpreis bekannt gegeben werden. Die Verleihung des Quartz findet dann Ende März statt - erstmals in Genf, wo die Veranstaltung künftig abwechselnd mit Zürich ausgetragen wird.

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