Frankenstärke

Bischof fordert Währungsallianz mit China und Brasilien

Pirmin Bischof will Abkommen mit China und Brasilien

Pirmin Bischof will Abkommen mit China und Brasilien

Die Schweiz braucht in der Währungskrise dringend neue Verbündete: «Wir sollten jetzt eine ad-hoc-Allianz gründen, welche die Interessen derjenigen Länder vertritt, die wie die Schweiz unter der Dollar- und Euro-Schwäche leiden», sagt Pirmin Bischof.

Der Solothurner CVP-Nationalrat hat bereits eine Liste mit möglichen Verbündeten erstellt, wie er der Zeitung «Der Sonntag» erklärt. Zuoberst darauf stehen China, der grösste Gläubiger der USA, und Brasilien, dessen Real laut Goldman Sachs die meist überbewertete Währung der Welt ist.

Weiter denkt Bischof an Australien, Kanada, Schweden, Norwegen und allenfalls auch an Japan. Japan sei zwar auch hochverschuldet, räumt er ein, aber im Unterschied zu den USA nicht gegenüber der Welt, sondern im Inland, gegenüber den eigenen Bürgern.

Schweiz muss vorpreschen

Die Initiative für die Bildung der ad-hoc-Gemeinschaft sollte gemäss Bischof von der Schweiz aus kommen. «In einer weltweiten Währungskrise muss eben Aussenpolitik auch Währungs-Aussenpolitik sein.» Alleine könne die Schweiz nichts ausrichten gegen den Euro- und den Dollar-Block, die mit ihrer Schuldenwirtschaft auch solide Volkswirtschaften in Bedrängnis bringen. «Aber im Verbund mit China, Brasilien und Australien würden wir gehört.»

Bischof wird in der Herbstsession einen entsprechenden Vorstoss einreichen. In Bern rennt er mit seinem Anliegen offene Türen ein. Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) arbeitet derzeit daran, mit China einen bilateralen Dialog für Finanzfragen zu etablieren.

Bald Währungsabkommen mit China?

«Das wäre ein Gefäss, in dessen Rahmen man sich regelmässig trifft, um bilaterale oder internationale Finanzfragen zu diskutieren», erklärt Roland Meier, Sprecher im Finanzdepartement (EFD).

Zudem macht man sich im Departement Gedanken darüber, ob die Schweiz ein Währungsabkommen mit China abschliessen solle. Der Bundesrat wird in den nächsten Wochen diese Frage diskutieren. Anstoss dafür ist eine Motion von FDP-Nationalrat Markus Hutter (ZH).

Heute profitieren erst vier Länder von einem solchen Deal: Singapur, Hongkong, Korea und Argentinien. «Die Schweiz will auch zu diesem Kreis gehören», sagt FDP-Chef Fulvio Pelli. «Unsere Unternehmen sollen Geschäfte direkt abwickeln können: von Franken zu Yuan und nicht via US-Dollar. Das ist eine Hilfe für die Exportwirtschaft.»

Bern will auch mit anderen Ländern regelmässig über Währungsfragen diskutieren. «Es gibt Bemühungen für institutionelle Dialoge mit mehreren Ländern», bestätigt SIF-Sprecher Mario Tuor. Um welche Länder es sich dabei handelt, will er nicht verraten. Gemäss gut informierten Quellen ist aber auch Australien mit dabei.

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