Biberist
An den Sappi-Arbeitsplätzen hängen noch viele weitere

Eine Schliessung der Papierfabrik Biberist würde viel mehr als der Verlust der 550 direktbetroffenen Arbeitsplätze bedeuten. Der Grossbetrieb ist ein wichtiger Arbeitgeber für das regionale Gewerbe.

Andreas Toggweiler
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Teure Schliessung der Papierfabrik Biberist: Unklar ist, was in den von Sappi auf 100 Mio. Fr. geschätzten Kosten inbegriffen ist. (Simon Dietiker)

Teure Schliessung der Papierfabrik Biberist: Unklar ist, was in den von Sappi auf 100 Mio. Fr. geschätzten Kosten inbegriffen ist. (Simon Dietiker)

Solothurner Zeitung

«Ich müsste alle meine Angestellten entlassen», erklärt Jörg Zumsteg, der in Etziken eine Schreinerei betreibt, die praktisch zu 80 Prozent von Aufträgen der Papierfabrik Biberist lebt. Das heisst, Zumstegs vier Mitarbeiter würden ihre Stelle verlieren, er selber müsste von Grund auf neu beginnen und neue Kunden suchen.

Dies legte er an einer Medienkonferenz dar, zu der der Kantonal-solothurnische Gewerbeverband (KGV) geladen hatte. «Wir können diese Entwicklung zwar nicht stoppen, aber darauf hinweisen, dass jede Schliessung auch Auswirkungen hat auf Betriebe, die still und leise im Hintergrund für diese Firmen arbeiten», sagte KGV-Geschäftsführer Andreas Gasche.

«Einschneidende Folgen»

Auch Michael Wehinger, Geschäftsführer der Firma Owi-Tec in Recherswil sprach von «einschneidenden Folgen», die eine Schliessung der Papierfabrik nach sich zöge. Die Firma mit 12 Mitarbeitenden wird etwa zu einem Drittel durch die «Paperi» ausgelastet, beispielsweise durch Arbeiten an Rohren und Metallkonstruktionen.

«Und so könnte man die Branchenliste fast beliebig verlängern: Maler, Glaser, Elektriker, sogar der Lokale Wirt - alle leben sie zu einem grösseren oder kleineren Teil von der Papierfabrik», sagte Christian Kahne, Präsident Gewerbeverein beider Gerlafingen. Und Walter Dick, Präsident Gewerbe Region Biberist, rief in Erinnerung, dass nach der Totalschliessung von Mühlemann nun schon wieder Biberist betroffen sei.

Die Gewerbetreibenden äusserten die Hoffnung, dass für die Papierfabrik noch eine Lösung gefunden wird. Helfen können sie nicht - mit einer Ausnahme: «KMU und Gewerbe sind immer eingesprungen, wenn es um die Neuplazierung von Lehrlingen ging - auch diesmal», sagte Gasche.

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