Doris Leuthard
Zwölf Köche kochten für Doris und ihre Diplomaten

Auf der Klosterhalbinsel in Wettingen verwöhnte das Restaurant «Sternen» Bundespräsidentin Doris Leuthard kulinarisch. Weil das Restaurant zu klein war, wurde in der Aula der Kantonsschule gegessen. Sogar der Stundenplan wurde für «Majestät» Doris umgemodelt.

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Doris Leuthard mit dem diplomatischen Corps im Aargau
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Doris Leuthards Reisli in den Aargau
Doris Leuthards Reisli in den Aargau
Doris Leuthards Reisli in den Aargau
Doris Leuthards Reisli in den Aargau
Doris Leuthard mit dem diplomatischen Corps im Aargau Ein Sicherheitsbeamter und ein Polizist durchsuchen die Tpiletten der Fachhochschuel Nordwest.
Doris Leuthards Reisli in den Aargau
Doris Leuthards Reisli in den Aargau
Doris Leuthard im Aargau
Doris Leuthard im Aargau
Der Koch von Doris, Walter Erni
Leuthard im Aargau

Doris Leuthard mit dem diplomatischen Corps im Aargau

Keystone

Nadine Steger, Dominique Künzli

Der Koch des Restaurants Sternen, Walter J. Erni, staunte nicht schlecht, als er erfuhr, dass Doris Leuthard in seinem Restaurant essen will. Gemeinsam mit 209 anderen Gästen besuchte sie gestern das Wettinger Kloster zum Mittagessen. Kurz vor dem Eintreffen der Delegation wirkt Erni gelassen. «Das ist wie ein normaler Anlass. Für uns ist das Routine», erklärt er. Trotzdem ist er sich seiner Pflicht bewusst. Erni hat grossen Respekt vor seiner hohen Kundschaft.

«Keine One-Man-Show»

Für den Anlass waren 14 Leute im Service und 12 Köche eingestellt. «Das ist mehr als üblich», sagte der erfahrene Koch. «Es muss schnell gehen, wir haben wenig Zeit.» Für das Zusammenstellen des Dreigangmenüs musste der Koch einiges berücksichtigen. Zum einen musste er darauf achten, dass die Essgewohnheiten der Muslime und Juden berücksichtigt werden. Denn Botschafter aus aller Welt waren geladen. Zum anderen sollte es etwas sein, das schnell serviert werden konnte. Ausserdem war es der Wunsch seiner Gäste, ein Stückchen Aargau im Menü einzubauen. Dies erforderte eine gute Planung. Die Vorbereitungen waren deshalb sehr wichtig. «Es ist keine One-Man-Show», sagte Erni. «Alles muss stimmen.» Auch das Erscheinungsbild spielte eine wichtige Rolle. Die Angestellten des «Sternen» präsentierten sich in einer einheitlichen Kochuniform. «Kochen hat viel mit Ästhetik zu tun», erklärte der Wirt.

Für die geladenen 210 Gäste stellte der Rektor der Kantonsschule Wettingen die Aula im Kloster zur Verfügung. Aus Platzmangel im eigenen Restaurant war das die ideale Lösung für den Wirt. Ausserdem sollten die «normalen» Gäste des Restaurants nichts von diesem Rummel mitbekommen. «Am meisten Angst hatte ich, dass ich zu wenig Zeit für die Vorbereitung des Saales haben könnte», sagte Erni. «Die Schule hat Vorrang.» Doch Wiedemeier, der Rektor der Schule, verlegte den Unterricht von der Aula in ein anderes Schulzimmer. «Die Gastfreundschaft», betonte der Rektor, «ist eine Qualität unserer Kantonsschule.» Für den speziellen Anlass bereitete der Schulleiter eine kurze Rede vor. Auf Französisch erzählte der ehemalige Französischlehrer den Gästen einige geschichtliche Hintergründe des Klosters.

«Ein ganz normaler Tag»

Kurt Wiedemeier gab sich grosse Mühe, alles zu koordinieren. «Für die Schüler ändert sich nichts. Es ist wie ein normaler Schultag», sagte der Schulleiter. «Frau Leuthard besucht das Kloster, nicht die Schule.» Dennoch wurden die Schüler über den hohen Besuch aus Bern informiert. Diese äusserten sich darüber jedoch eher unbekümmert. Der Schulalltag ging für die Schüler wie gewohnt weiter. «Für uns ändert sich eigentlich nichts. Doris Leuthard ist einfach da. Wir haben aber normal Schule», sagte die Gymnasiastin Sarina Blaser.

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