China strebe keine regionale Vorherrschaft an und wolle auch keinen Rüstungswettlauf in Asien, versicherte General Xu Caihou, Vizechef der Zentralen Militärkommission der Volksbefreiungsarmee, am Montag vor einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Robert Gates in Washington.

Xu sprach sich auch für engere Beziehungen zwischen den Militärs beider Seiten aus. Beide hätten die gleichen Ziele: den Kampf gegen den Terrorismus, Selbstverteidigung und die Unterstützung von Hilfsmassnahmen bei Katastrophen, sagte der General in einer Rede im Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS).

"Wir sind jetzt hauptsächlich der friedlichen Entwicklung verpflichtet und werden nicht, und könnten nicht, irgendein anderes Land herausfordern oder bedrohen." Jegliche chinesische Offensive würde nur erfolgen, "wenn der Feind einen Angriff gestartet hat."

Xu beklagte sich in diesem Zusammenhang über "Verdacht und Missverständnisse" hinsichtlich der chinesischen Absichten. Er betonte zugleich offensichtlich unter anderem mit Bezug auf die Konflikte um Taiwan und Tibet, dass China unter "Abtrünnigen-Bewegegungen" zu leiden habe und erst noch ein "geeintes" Land werden müsse.

Der General hält sich bis zum 31. Oktober in den USA auf und wird als vertrauensbildende Massnahme eine Reihe von Militäreinrichtungen besuchen. China hat das zweitgrösste Militärbudget der Welt - aber immer noch nur rund ein Viertel des US-Verteidigungsetats.