Der Prozess gegen den russischen Ex-Ölmilliardär und dessen ebenfalls in Haft sitzenden Geschäftspartner Platon Lebedew werde wohl in Moskau abgehalten, sagte Generalstaatsanwalt Juri Tschaika in einem vorab veröffentlichten Interview der Zeitung "Rossijskaja Gaseta" (Mittwoch).

Der Westen betrachtet den Umgang mit dem 45-jährigen Chodorkowski, der sich selbst als Opfer von Machenschaften des Kreml sieht, als Massstab für demokratische Fortschritte unter Präsident Dmitri Medwedew.

Die zu verhandelnde Unterschlagung durch die beiden Manager habe ein "für das heutige Russland einmaliges Ausmass", erklärte Tschaika. Nach seinen Worten, die die Agentur Interfax zitierte, hätten Chodorkowski und Lebedew Vermögen im Wert von 900 Milliarden Rubel unterschlagen.

Der einst reichste russische Oligarch Chodorkowski und Lebedew waren 2003 verhaftet und 2005 zu jeweils acht Jahren Lagerhaft wegen Steuerhinterziehung und Betrugs verurteilt worden. Im August des Vorjahres lehnte die Justiz einen Antrag Chodorkowskis auf vorzeitige Haftentlassung ab.