Zweite Polizeistelle in Geroldswil bewilligt

Die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung genehmigen den Voranschlag 2010 diskussionslos. Auf dem Geroldswiler Polizeiposten werden ab nächstem Jahr zwei Polizisten arbeiten. Die Stellenverdoppelung kostet die Gemeinde rund 90 000 Franken.

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Peter Meier

Peter Meier

Limmattaler Zeitung

Sandro Zimmerli

«Ich bin überrascht, dass das Budget keinen Anlass zu Diskussionen bot», sagte Geroldswils Gemeindepräsidentin Ursula Hofstetter nach der Gemeindeversammlung. In der Tat wurde der Voranschlag ohne Wortmeldung verabschiedet. Aus Sicht des Gemeinderates wäre es verständlich gewesen, wenn sich die Stimmberechtigten auf eine Debatte um das Budget eingelassen hätten. Nicht etwa weil dieses ein schlechtes Ergebnis ausweist.

Im Gegenteil. Bei einem unveränderten Steuerfuss von 46 Prozent rechnet es mit einem Aufwandüberschuss von 820 000 Franken. Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Abschreibungen in der Höhe von einer Million Franken schliesst das Budget gar mit einem Ertragsüberschuss von 180 000 Franken ab.

«Bedürfnis der Bevölkerung»

Erstaunt war man bei der Geroldswiler Exekutive insbesondere darüber, dass sich niemand zu der geplanten Schaffung einer zweiten Polizeistelle äusserte. Die Absicht, die Personalressourcen bei der Gemeindepolizei zu verdoppeln, war in der Weisung zur Gemeindeversammlung explizit ausgewiesen und wurde auch von Finanzvorstand Michael Deplazes bei seiner Präsentation des Budgets nochmals erwähnt. In Oetwil beispielsweise führte ein ähnliches Anliegen vor fünf Jahren zu grossen Diskussionen an der Gemeindeversammlung. Diese endeten damit, dass die Stimmberechtigten die Schaffung einer Gemeindepolizei ablehnten.

Hochbauvorstand Meier tritt nicht mehr an

In Geroldswil muss bei den Gesamterneuerungswahlen des Gemeinderates am 7. März ein Sitz neu besetzt werden. Wie am Rande der Gemeindeversammlung bekannt wurde, verzichtet Peter Meier (FDP) darauf, sich einer Wiederwahl zu stellen. Der Hochbauvorstand begründet seinen Rückzug aus der Gemeindepolitik mit seinem Alter. «Im nächsten Jahr werde ich 68 Jahre alt. Für mich ist der Abschluss der Legislaturperiode ein guter Zeitpunkt, um einen Schnitt zu machen. Diesen Schritt habe ich dem Gemeinderat schon vor einem Jahr angekündigt», erklärt er. Meier war bei den Gesamterneuerungswahlen 2002 in den Gemeinderat gewählt worden. Zuvor präsidierte er während acht Jahren die Rechnungsprüfungskommission. Ab 1996 war er für vier Jahre Mitglied der Steuerkommission. Seine sechs Gemeinderatskollegen, Gemeindepräsidentin Ursula Hofstetter (FDP), Sozialvorsteherin Veronika Neubauer, Sicherheitsvorstand Martin Conrad (beide SVP), Finanzvorstand Michael Deplazes, Liegenschaftenvorstand Peter Christen (beide parteilos) und Tiefbauvorstand Dominik Tiedt (FDP), werden zu den Gesamterneuerungswahlen wieder antreten. (zim)

«Da sich niemand zur neuen Polizeistelle äusserte, können wir davon ausgehen, dass wir damit einem Bedürfnis der Bevölkerung gerecht werden», meinte Hofstetter. Neben der Schaffung einer zweiten Polizeistelle wird der Voranschlag von Sparmassnahmen geprägt. Während in den beiden letzten Jahren rund 12 Millionen Franken in die Sanierung der Zentrumsliegenschaften investiert wurden, beschränkt man sich im kommenden Jahr auf die zwingend notwendigen Vorhaben.

Von den geplanten rund 1,8 Millionen Franken an Investitionen gehen rund 800 000 Franken zulasten der gebührenfinanzierten Werke Wasser und Abwasser. Weitere rund 600 000 Franken sind für diverse Zweckverbände, wie das Spital, oder das Altersheim, aufzubringen. Zudem sind 400 000 Franken für den Strassensanierungen vorgesehen.

Neben dem Budget wurden drei weitere Geschäfte behandelt, die ebenfalls für keine Diskussionen sorgten. So stimmte Geroldswil als fünfte und letzte Gemeinde - neben Oberengstringen, Unterengstringen, Weiningen und Oetwil - der Statutenrevision des Zweckverbandes «Alters- und Pflegeheim Im Morgen in Weiningen» zu. Die neuen Statuten, die die Einführung des Initiativ- und Referendumsrechts vorsehen, können somit nächstes Jahr in Kraft treten.

Überarbeitete Bauordnung

Mit der Zustimmung zur Teilrevision der Zweckverbandsstatuten der Schiessanlage Härdli in Spreitenbach ebneten die 86 Stimmberechtigten den Weg für einen Beitritt der Gemeinde Würenlos zum Verbund. Ebenfalls ohne Gegenstimmen wurde die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung verabschiedet. Sie musste an übergeordnetes Recht angepasst werden. Ein- oder Umzonungen wurden aber keine vorgenommen.