Initiative
Zweite Gotthardröhre kommt vors Volk

Der Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» hat noch vor Ablauf der Referendumsfrist 100 000 Unterschriften gesammelt. Wieviele davon aus den Kantonen Uri und Tessin kommen, will das Komitee noch nicht verraten.

Sebastian Gänger
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Die Gegner der zweiten Röhre befürchten, dass nach der Inbetriebnahme beider Tunnels in jeder Richtung auf zwei Spuren gefahren wird.

Die Gegner der zweiten Röhre befürchten, dass nach der Inbetriebnahme beider Tunnels in jeder Richtung auf zwei Spuren gefahren wird.

Keystone

Zum Bau einer zweiten Strassentunnelröhre am Gotthard hat das Volk das letzte Wort. Nur zweieinhalb Monate nach dem Sammelstart haben die Gegner des vom Parlament verabschiedeten Tunnelprojekts nach eigenen Angaben bereits über 100 000 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Beglaubigt sind aktuell 52 931 Unterschriften, wie der Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» am Freitag mitteilte. Damit habe das Komitee das Ziel bereits knapp einen Monat vor Ablauf der Referendumsfrist erreicht. Nötig für das Zustandekommen sind 50 000 Unterschriften. Zurzeit würden die letzten Unterschriften von den Gemeinden beglaubigt.

Präsidium ist zufrieden
Jon Pult, Co-Präsident des Referendumskomitees, wollte auf Anfrage noch nicht verraten, wie viele Unterschriften in den beiden Gotthardkantonen Uri und Tessin gesammelt worden sind. «Wir sagen es dann bei der offiziellen Übergabe an die Bundeskanzlei.»

Co-Präsidentin Caroline Beglinger zeigte sich glücklich über den Erfolg ihres Komitees: «Wir sind sehr zufrieden, dass wir das Referendum so gut und so rasch geschafft haben», liess sie sich in einer Mitteilung zitieren.

Überraschend ist der Erfolg nicht: Über fünfzig nationale, regionale und lokale Organisationen und Parteien machen mobil gegen den Bau eines zweiten Strassentunnels am Gotthard. Dazu gehören unter anderem die Alpeninitiative, der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und die Parteien SP, Grüne und GLP.

Die Gegnerinnen und Gegner befürchten, dass nach der Inbetriebnahme beider Tunnels über kurz oder lang in jeder Richtung auf zwei Spuren gefahren wird. Damit würde die Kapazität erhöht, was der Verfassung widerspreche, kritisieren sie.

Die Befürworter des Projekts reagierten nach der Erfolgsmeldung des Referendumskomitees postwendend. Der Schweizerische Gewerbeverband (sgv) teilte mit, er werde «das links-grüne Referendum bekämpfen.» Laut der Dachorganisation der Schweizer KMU ist nur mit einem «Sanierungstunnel» gewährleistet, dass das Tessin nicht vom Rest der Schweiz abgeschnitten wird.

Auch die BDP und das überparteiliche Komitee «Ja zum Sanierungstunnel am Gotthard» sagten dem Referendum den Kampf an. Eine Abstimmung über die zweite Tunnelröhre am Gotthard kann frühestens am 14. Juni 2015 stattfinden. (sda)

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