Bis zur 13. Minute geschah in der «Tagesschau»-Spätausgabe nichts, was besonders hervorzuheben wäre: Ein wenig UBS, eine Prise Ausland und eine herzergreifende Steve-Lee Beerdingungs-Story. Dann übergab «Tagesschau»-Sprecher Franz Fischlin das Wort an Lukas Studer, den jungen Kollegen der Sportredaktion. Auch dieser moderierte die Beiträge von Federer bis Fussball-Cup in «Tagesschau»-seriöser Manier.

Doch dann, nach der Berichterstattung zum Motorrad-GP und damit dem Ende des Sport-Teils war es mit der Ernsthaftigkeit vorbei. Lukas Studer strahlte in die Kamera und sagte: «Das wars - noch nicht ganz, weiter geht's mit Franz.» Worauf Nachrichten-Sprecher Franz Fischlin grinsend erwiderte: «Ich tu das, Lukas.»

Fussstapfen von Klapproth?

Wo sind wir denn hier gelandet, fragte sich wohl manch ein Zuschauer. Im heiteren Kinderreim-Verein? In einer Verlängerung der gestern eher flauen Satiresendung «Giaccobo/Müller»?

Nein, die sonst so ernsten «Tagesschau»-Moderatoren wollten wohl einfach auch mal lustig sein. Und wer weiss, vielleicht will der Nachwuchs-Sportredaktor Lukas Studer in die Fussstapfen von «10vor10»-Urgestein Stephan Klapproth treten - der ist ja auch immer so lustig.

Die Moderatoren waren heute für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Franz Lustenberger, stellvertretender Redaktionsleiter «Tagesschau», sagt aber: «Unsere Moderatoren haben ein feines Sensorium für Situationen, in denen diese Lockerheit möglich ist, und wann sie auch absolut nicht geht. Wenn beispielsweise nachher eine Meldung zu einem Unfall oder einem Todesfall folgt, dann sind solche lockere Übergänge selbstverständlich tabu. (jep)