Auswertung
Zwei Parteien sind für 90 Prozent der Wahlwerbung verantwortlich

Schon 2,3 Millionen Franken haben die Parteien im April, Mai und Juni für Wahlwerbung ausgegeben – obwohl erst am 18. Oktober gewählt wird. Den Löwenanteil gaben zwei Parteien aus, eine andere investierte dagegen noch keinen Rappen.

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Wahlwerbung: Die Unterschiede zwischen den Parteien sind enorm.

Wahlwerbung: Die Unterschiede zwischen den Parteien sind enorm.

Keystone

Errechnet haben diese Zahl die Werbestatistiker von Media Focus, veröffentlicht hat sie das Westschweizer Fernsehen und Radio RTS.

Ausgaben der Parteien von April bis Juni - in Franken. Auswertung der Ausgaben (in Franken) für Wahlwerbung zwischen April und Juni 2015. Angaben in Franken. Durchgeführt hat die Auswertung die Firma Media Focus, publiziert hat sie das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS.

Ausgaben der Parteien von April bis Juni - in Franken. Auswertung der Ausgaben (in Franken) für Wahlwerbung zwischen April und Juni 2015. Angaben in Franken. Durchgeführt hat die Auswertung die Firma Media Focus, publiziert hat sie das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS.

rts.ch

Auffallend ist nicht nur, dass Ausgaben im bisherigen Wahlkampf fast doppelt so hoch lagen wie im gleichen Zeitraum vor den Wahlen 2011 (1,2 Mio. Franken). Enorm sind auch die Unterschiede zwischen den Parteien: Rund 2,1 Millionen Franken oder über 90 Prozent der Werbung haben alleine SVP und FDP geschaltet. Die Ausgaben der übrigen Parteien sind da wertmässig praktisch vernachlässigbar.

Problematisch für eine Demokratie

Die grossen Diskrepanzen im Vorwahlkampf seien neu, sagte der Politologe Thomas Milic den Zeitungen «Tages-Anzeiger»/«Der Bund», die am Freitag über die Ausgaben im Vorwahlkampf berichteten. «Wenn eine Partei oder ein Abstimmungslager zehn- oder zwanzigmal mehr Geld zur Verfügung hat als die anderen, wird es aus demokratietheoretischer Sicht langsam prekär.»

In den vergangenen Jahren sah die inoffizielle Rangliste der Parteien nach Werbeausgaben jeweils ähnlich aus wie nun nach drei Monaten. Die aktuellen Zahlen sagen dennoch noch wenig darüber aus, wie viel die Parteien bis im Oktober insgesamt ausgegeben haben werden.

arteiverantwortliche der SVP und FDP machen Strategiewechsel für die hohen Ausgaben verantwortlich. Der Kampagnenleiter der SVP, Albert Rösti, sagte den Zeitungen, vor allem die Kandidaten hätten mehr Geld für Plakate und Inserate ausgeben. Die heisse Phase im Herbst sei zu knapp und zu umkämpft, um herauszustechen. Nicht zu übersehen waren in den letzten Wochen etwa die Inserate des Zürcher SVP-Ständeratskandidaten Hans-Ueli Vogt.

Bei der FDP ist die Rede von einem Taktikwechsel hin zu einem früheren Beginn der Kampagne. Daher erscheine das Budget im Vergleich zu 2011 grösser.

Die CVP wiederum konzertierte sich nach Angaben ihrer Generalsekretärin auf den Abstimmungskampf für ihre Familieninitiative im März.

Bei der Berechnung der Werbeausgaben berücksichtigte Media Focus Inserate in hunderten Publikationen, Plakate und Online-Werbeplätze in der ganzen Schweiz zwischen April und Juni. Daraus berechnete Media Focus die Bruttokosten für diese Anzeige. Weil darin allfällige Rabatte nicht enthalten werden, liegen die Angaben über dem, was die Parteien tatsächlich bezahlt haben. (trs)

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