Zwingen

Zwei neue Quartiere für Zwingen

Grossprojekt Zwingen soll ein neues Gesicht erhalten. Auf der Etzmatt (links unten) und auf dem Areal der Papierfabrik (beim Schloss) sind mehrere Neubauten geplant (bz-rot). Ein Teil der bestehenden Gebäude in der Nähe des Schlosses wird neu genutzt und eventuell umgebaut oder gleich neu erstellt (hellrot). (Bild: ZVG)

Bauen

Grossprojekt Zwingen soll ein neues Gesicht erhalten. Auf der Etzmatt (links unten) und auf dem Areal der Papierfabrik (beim Schloss) sind mehrere Neubauten geplant (bz-rot). Ein Teil der bestehenden Gebäude in der Nähe des Schlosses wird neu genutzt und eventuell umgebaut oder gleich neu erstellt (hellrot). (Bild: ZVG)

Zwingen hat Grosses vor: Im brach liegenden Industriegebiet um die ehemalige Papierfabrik sollen zwei schmucke Quartiere an der Birs entstehen. Der Zonenplan geht in die Vernehmlassung.

Andreas Maurer

«Zwingen steht vor dem wichtigsten Entwicklungsschritt der letzten Jahrzehnte», betont Gemeindepräsident Benno Jermann. Die Gemeinde plant, zwei zentral liegende Industriebrachen in Wohn- und Gewerbequartiere zu verwandeln: das Areal der stillgelegten Papierfabrik und die in Richtung Bahnhof angrenzende Etzmatt. Auf diesem Holzlagerplatz soll ein Wohnquartier entstehen. Das zweite Quartier um die alte Papierfabrik ist als Gewerbe- und Wohngebiet gedacht.

Insgesamt sollen 150 bis 200 Wohneinheiten und über 10 000 Quadratmeter Gewerbe- und Dienstleistungsfläche entstehen. Es wird mit privaten Investitionen von über 100 Millionen Franken gerechnet. «Die Belebung dieser beiden grossen und wichtigen Areale ist nicht nur für Zwingen, sondern für das ganze Laufental von hoher Bedeutung», kommentiert Jermann.

Nachhilfe in Kommunikation

Konkrete Bauvorhaben liegen noch nicht vor. Zuerst wird mit einem Teilzonenplan der Rahmen gesteckt. Dieser Zonenplan wurde am Mittwochabend an einer Orientierungsversammlung präsentiert. Damit startete die Vernehmlassung. Die Medien wurden in einer separaten Veranstaltung informiert. «Wir haben Nachhilfe in Kommunikation und Präsentation erhalten», begründet der Gemeindepräsident. Daher verschickt die Gemeinde neuerdings auch professionell aufgemachte Medienmitteilungen. Der Vernehmlassung blickt Jermann gelassen entgegen: «Ich erwarte keine unüberwindbaren Hindernisse.»

In einer Testplanung wurden zwei Varianten geprüft. Die Idee von Inseln in der Flusslandschaft entpuppte sich im August 2007 als realitätsfern: Die Birs hätte die Überbauung überflutet. Auch die zweite Variante musste überarbeitet werden. Neu ist ein zweiter Hochwasserentlastungskanal geplant. Zudem soll die Birssohle abgesenkt werden. «Die Quartierbewohner werden auch bei einem Hochwasser wie 2007 keine nassen Füsse bekommen», versichert Jermann.

Ein spezielles Anliegen der Dorfbevölkerung ist die Strassenplanung: Es soll kein zusätzlicher Verkehr in den bestehenden Quartieren entstehen. Diese Forderung erfüllen die vorgestellten Pläne. Die neuen Dorfteile werden über die Laufenstrasse erschlossen. Die Zugangsstrassen beim Bahnhof und beim Schloss werden mit Fahrverboten gesperrt. Ein engmaschiges Fusswegnetz mit zusätzlichen Verbindungen über Lüssel, Birs und Kraftwerkskanal soll das Verkehrsregime abrunden. Mit Uferschutzzonen und Hecken wird auf die Tier- und Pflanzenwelt Rücksicht genommen. Die Gemeinde mache mehr als das gesetzlich vorgeschriebene Minimum, sagen die Planer.

Baubeginn 2010

Die Vernehmlassung für den Teilzonenplan dauert bis Ende Juni. Dann wird auch die kantonale Vorprüfung abgeschlossen. Im September soll die Zwingner Einwohnerversammlung darüber abstimmen. Mit dem Bau könnte dann 2010 begonnen werden. Die Pläne stiessen bei potenziellen Investoren auf Begeisterung, sagt Hansjörg Rettenmund. Er verwaltet die frühere Papierfabrik. Der Gemeinde Zwingen gehört die Etzmatt. Die Bebauung der neuen Quartiere wird voraussichtlich in drei Phasen gestaffelt. Damit soll gemäss Gemeindepräsident Jermann sichergestellt werden, «dass wir von der Infrastruktur nicht überholt und aufgefressen werden».

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